Nach Meldungen der beiden belgischen Wirtschaftszeitungen De Tijd und L’Echo erwägt der Energiekonzern Engie, doch zwei Atomreaktoren in Belgien länger als geplant in Betrieb zu halten. Engie-CEO Catherine MacGregor erklärte, man erwäge eine Machbarkeitsstudie. Dies ist die erste öffentliche Stellungnahme des Unternehmens zu diesem Thema.
Ist der Energiekonzern Engie doch dazu bereit, die beiden jüngsten Atommeiler in Belgien am Netz zu behalten?
Es geht um die beiden jüngsten Kernreaktoren, Doel 4 und Tihange 3, deren Abschaltung derzeit für 2035 geplant ist. Die belgische Regierung möchte sie im Sinne der Sicherung der Energieversorgung länger betreiben.
Eigentlich ist hierzulande der Ausstieg aus dem Atomausstieg längst beschlossen, doch Engie zierte sich in letzter Zeit, denn so die Maxime, Kernkraft sei nicht länger Teil der Strategie des französischen Energie- und Mischkonzerns und der Weiterbetrieb der belgischen Meiler sei nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen recht kostenintensiv.
Belgiens Regierung drängt…
Allerdings drängt die belgische Arizona-Regierung um den flämischen Nationaldemokraten und Premierminister Bart De Wever (N-VA) und den liberalen frankophonen Energieminister Mathieu Bihet (MR) seit geraumer Zeit mit Nachdruck auf Bewegung seitens Engie. CEO MacGregor deutete jetzt mit einiger Zurückhaltung, dass man eventuell eine Machbarkeitsstudie durchführen lassen könne…
Im Gegenzug fordert Engie deshalb Klarheit über die Höhe der Mittel, die für die Stilllegung der abzuschaltenden Reaktoren zurückgestellt werden müssen (auch Doel 4 und Tihange 3 müssen irgendwann vom Netz genommen werden…). Das Unternehmen hält den entsprechenden von Belgien geforderten Betrag für zu hoch. Hier laufen entsprechend schwierige und langwierige Verhandlungen und Gespräche.
