Am Montag, 9., Dienstag, 10. und Mittwoch, 11. März findet erneut ein Streik bei der belgischen Bahn statt. Das teilt ACOD Spoor mit, die sozialistische Gewerkschaft. Im vergangenen Jahr wurde bei der Bahn insgesamt bereits mehr als 30 Tage gestreikt.
Die Streikankündigung betrifft alle Beschäftigten der Belgischen Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB und ihrer Tochtergesellschaften. Sie gilt für das gesamte Netz und alle Standorte der NMBS, Infrabel und HR Rail. Ende vergangenen Monats hatte es bereits einen fünftägigen Streik bei der Bahn gegeben.
Eine Streikankündigung der Bahngewerkschaften für den 5., 10. und 12. Februar, damit das Bahnpersonal an den intersektoralen Aktionen gegen die Rentenpläne der Regierung teilnehmen konnte, war von HR Rail, dem Personaldienst der Bahnunternehmen NMBS und Infrabel, noch abgelehnt worden. Die Bahngewerkschaften zogen dagegen vor den Staatsrat, blieben jedoch erfolglos.
Immer wieder Streiks
Seit Januar vergangenen Jahres gab es bei der NMBS/SNCB bereits 32 Streiktage. Personal und Gewerkschaften protestieren gegen die Rentenreform und gegen die Abschaffung der festen Ernennungen bei Neueinstellungen.
Mobilitätsminister Jean-Luc Crucke (Les Engagés, frankophone Zentrumspartei) hatte im vergangenen Jahr zweimal eine Vorvereinbarung mit den Gewerkschaften geschlossen, doch diese wurde von deren Basis nicht mitgetragen. Für Crucke ist die Zeit des Redens vorbei: Er hat die Gespräche mit den Gewerkschaften ausgesetzt und seinen Gesetzentwurf vom Ministerrat billigen lassen.
Am 12. März ist in Brüssel eine nationale Demonstration geplant. Aus diesem Grund beteiligt sich die christliche Gewerkschaft ACV nicht am Streik. „Aus der Perspektive, dass die Demonstration am 12. März ein großer Erfolg werden muss, um ein starkes Signal an Arizona zu senden, hat ACV-Transcom beschlossen, darauf zu setzen und nicht an der Streikaktion von ACOD Spoor teilzunehmen.“
