In Flandern riskieren rund 70.000 Menschen ein Bußgeld, weil sie ihre Heimladestation nicht angemeldet haben. Wer ein Elektroauto zu Hause auflädt, ist verpflichtet, dies dem Netzbetreiber Fluvius zu melden. Wer die Vorschriften missachtet, dem droht ein Bußgeld von mehr als 117 Euro.
Bußgelder möglich: Hälfte der Heimladestationen in Flandern laut Netzbetreiber Fluvius nicht gemeldet
In Flandern sind derzeit etwas mehr als 70.000 private Ladepunkte offiziell registriert. Nach Angaben des Netzbetreibers Fluvius gibt es in Wirklichkeit jedoch doppelt so viele Heimladestationen. Das schreibt die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd, der Netzbetreiber bestätigte die Nachricht gegenüber VRT NWS.
Seit 2021 muss jeder, der einen privaten Ladepunkt installiert, diesen offiziell melden. Auch Personen, die bereits zuvor eine Ladestation hatten, müssen diese nachträglich registrieren.
Digitaler Zähler
Woher weiß Fluvius, dass so viele Ladestationen nicht registriert sind? „Ein Elektroauto verdoppelt den Stromverbrauch eines durchschnittlichen Haushalts nahezu“, erklärt Energieexperte Dieter Jong in der Sendung De Ochtend im VRT Radio 1.
„Gerade zu bestimmten Tageszeiten – wenn Menschen beispielsweise von der Arbeit nach Hause kommen – sehen wir zusätzliche Aktivität, die eindeutig auf das Laden eines Elektroautos hindeutet“, sagt Björn Verdoodt von Fluvius.
Dank der inzwischen 2,95 Millionen digitalen Zähler in Flandern hat Fluvius einen guten Überblick über diesen Verbrauch. So kann der Netzbetreiber einfach einschätzen, wo eine Ladestation in Betrieb ist.
Laut Verdoodt von Fluvius liegt häufig keine böse Absicht vor. „Für viele Menschen steht das nicht an erster Stelle auf der Agenda. Außerdem geht man davon aus, dass der Installateur die Ladestation anmeldet. Das kann so sein, muss aber ausdrücklich vereinbart werden, denn als Kunde sind Sie letztlich verantwortlich.“
Bei Dienstwagen ergreift häufig der Arbeitgeber die Initiative für die Installation. Dennoch muss der Arbeitnehmer anschließend selbst aktiv werden. Die Verantwortung für die Anmeldung liegt nämlich stets beim Kunden oder Bewohner, nicht beim Arbeitgeber oder Installateur.
Stabilität des Stromnetzes
Nach Angaben von Fluvius dient die verpflichtende Anmeldung nicht der Kontrolle der Bürger, sondern der Gewährleistung der Netzstabilität. Der Netzbetreiber will wissen, wo das Stromnetz stark belastet wird, um gezielt investieren und das Netz lokal verstärken zu können.
„Die Netze müssen rechtzeitig verstärkt werden. Deshalb müssen wir teilweise bis auf Straßenebene wissen, was vom Netz verlangt wird“, so Verdoodt weiter. „Wir wollen den Komfort der Bürger auch in Zukunft gewährleisten.“
Wer seinen Ladepunkt nicht anmeldet, riskiert ein Bußgeld in Höhe von 117,68 Euro. Die Anmeldung ist über die Website von Fluvius möglich.
