Laut dem Jahresbericht des staatlichen belgischen Ombudsmanns für Flughafenmediation verstößt der belgische Nationalflughafen in Zaventem in Flämisch-Brabant regelmäßig gegen die geltenden Nachtflug- und Lärmschutzbestimmungen. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 1.300 derartige Verstöße beim Brussels Airport registriert.
Verstöße gegen Nachtflug- und Lärmschutzbestimmungen sind am Flughafen Brüssel an der Tagesordnung
Flughafenombudsmann Philippe Touwaide zählte im vergangenen Jahr mindestens 1.317 Verstöße gegen die allgemeinen belgischen Lärmschutzvorschriften am Flughafen. Dazu zählten unter anderem Nachtflüge trotz des geltenden Verbots, die Nichteinhaltung von Lärmschutzbestimmungen und die Anwendung von Startverfahren für den Tagbetrieb bei Nacht.
Zusätzlich zu den Verstößen gegen geltenden Vorschriften wurden in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 auch 4.758 Verstöße gegen die Lärmschutzbestimmungen der Region Brüssel-Hauptstadt registriert. Ein Beispiel hierfür sind rund 200 Nachtstarts mit lauten alten Flugzeugen vom Typ Boeing 777. Dies wird im Bericht als „völlig illegal“ bezeichnet.
Spannungen zwischen Bund, Provinz und Kommunen
Unterdessen nehmen die Spannungen zwischen den Bundesbehörden und den Bürgermeistern in Brüssel sowie einigen Gemeinden in Flämisch-Brabant hinsichtlich der Flugrouten über dicht besiedelten Gebieten zu. Anfang des Monats berichtete z.B. die französischsprachige Tageszeitung Le Soir, dass seit dem Jahr 2000 weniger als 20 % der Bußgelder für Lärmbelästigung durch Flugzeuge, die den Flughafen Brüssel nutzen, tatsächlich eingetrieben wurden.
Ombudsmann Touwaide fordert deutlich mehr Rücksichtnahme auf die Anwohner des Flughafens: „Die Geschäftsführung des Flughafenbetreibers muss sicherstellen, dass Gerichtsurteile und alle Vorschriften eingehalten werden und dass die Zahl der Verstöße, insbesondere nachts, drastisch reduziert wird.“
