Die Flämische Regierung hat eine neue „Oststrategie“ verabschiedet, deren Ziel unter anderem ist, Unternehmen aus Flandern bei der Suche nach Geschäftsmöglichkeiten im Rahmen des Wiederaufbaus der Ukraine zu unterstützen. Die neue „Oststrategie“ wurde im Rahmen des vierten Jahrestags des russischen Einmarsches in der Ukraine vorgestellt.
Ukraine-Hilfe: Flanderns Landesregierung verabschiedet eine neue „Oststrategie“
Seit Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine hat die flämische Regierung fast 7,5 Mio. € für Initiativen zur Unterstützung der Ukraine und ihrer Bevölkerung bereitgestellt. Weitere 1,1 Mio. € werden in diesem Jahr folgen. Der Großteil der Mittel floss bisher in Soforthilfe auf medizinischer Ebene, z.B. durch die Bereitstellung von Notstromaggregaten für Krankenhäuser und Lazarette.
Die Flämische Landesregierung möchte ihren Fokus nun auf den langfristigen Wiederaufbau und das wirtschaftliche Engagement in der Ukraine richten. Die flämische Außenhandelsagentur Flanders Investment & Trade (FIT), die Kontaktstelle für Unternehmen VLAIO und die flämische Investment- und Partizipationsgesellschaft „Participatiemaatschappij Vlaanderen“ werden ihre Kräfte bündeln, um Unternehmen bei der Suche nach Geschäftsmöglichkeiten in der Ukraine zu unterstützen.
„Team Flandern für die Ukraine“
Im Rahmen des Projekts „Team Flandern für die Ukraine“ unterstützen die drei beteiligten Behörden flämische Unternehmen bei der Suche nach lokalen Partnern und bei der Beantragung von EU-Fördermitteln für Wiederaufbauprojekte.
Flanderns Ministerpräsident Matthias Diepeldaele von den flämischen Nationaldemokraten N-VA erklärte dazu, Ziel sei sicherzustellen, dass flämische Unternehmen nicht ins Hintertreffen geraten: „Wir sehen, dass nun vorsichtige Versuche unternommen werden, eine Friedenslösung zu erreichen. Wenn wir das ukrainische Volk unterstützen wollen, müssen wir uns auf den Wiederaufbau vorbereiten. Wenn Flandern sich jetzt nicht dazu verpflichtet, werden es andere an unserer Stelle tun.“
Diependaele hat dazu ein Treffen mit dem ukrainischen Botschafter in Belgien geplant, bei dem er die neue Initiative näher erläutern wird.
Weitere Schwerpunkte
Die flämischen Behörden beabsichtigen außerdem, der internationalen Koalition für die Minenräumung an Land und auf See für die Ukraine beizutreten. Die hier teilnehmenden Länder werden ihre Ressourcen und ihr Fachwissen bündeln, um Minen auf ukrainischem Gebiet effizienter zu räumen.
Die „Oststrategie“ reicht über die Ukraine hinaus. Die flämische Regierung strebt eine Stärkung der diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen in ganz Osteuropa an - einer Region, für die sie in den kommenden Jahren ein stetiges Wirtschaftswachstum erwartet.
MP Diependaele ist davon überzeugt, dass das Wirtschaftswachstum in Osteuropa flämischen Unternehmen Exportchancen eröffnet. Seine Regierung prüft zudem, wie Flandern seine Repräsentation in der Region stärken kann, wobei die polnische Hauptstadt Warschau als „wichtiges Drehkreuz“ bezeichnet wird.
