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Inland
Politik

Aus für den europäischen FCAS-Kampfjet – Belgien muss seine Verteidigungsstrategie überdenken

Es sieht so aus, als würde das französisch-deutsch-spanische FCAS-Kampfflugzeug („Future Combat Air System“) nicht gebaut... Es sollte der europäische Kampfjet der Zukunft werden, beispielsweise mit KI zur Verarbeitung großer Datenmengen. Außerdem war es als europäische Alternative zur amerikanischen F-35 gedacht. Belgien wollte sich an diesem Projekt mit 60 Mio. € beteiligen, muss jetzt aber seine Verteidigungsstrategie überdenken.

Andreas Kockartz
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Doch es gibt Uneinigkeit zwischen den großen Industrieunternehmen der beteiligten Länder, die das Flugzeug entwickeln sollen. Belgiens Verteidigungsminister Theo Francken (N-VA) glaubt überhaupt nicht mehr daran, schrieb er auf der Social Media-Plattform X. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte Anfang der Woche erhebliche Bedenken gegen das Projekt. Frankreich fordert ein 80-prozentiges Mitspracherecht bei dem Projekt, was Deutschland missfällt.

Belgien wird seine Verteidigungsprojekte in Zukunft neu definieren müssen, so Francken. Belgien hatte eigentlich geplant, rund 60 Mio. € in die Erforschung und Entwicklung von FCAS zu investieren. Die aktuelle strategische Vision innerhalb der belgischen Verteidigungspolitik , die die belgische Bundesregierung bereits beschlossen hat, sah einen Einstieg in das Projekt als vollwertiger Partner vor, unter der Bedingung, dass die belgische Rüstungsindustrie daran beteiligt sein wird.

Peinlich für Europa

„Ich befürchte, Minister Francken könnte Recht haben, wenn er sagt, das Projekt sei zum Scheitern verurteilt“, so Yf Reykers, Professor für Internationale Beziehungen und Verteidigungsexperte an der Universität Maastricht, in der VRT-Sendung „De Ochtend“ („Der frühe Morgen“) auf Radio 1: „Es ist besonders peinlich. Einerseits handelt es sich um ein technologisch und industriell äußerst ambitioniertes Projekt. Andererseits ist es eine symbolträchtige Angelegenheit: die deutsch-französische Verteidigungszusammenarbeit. Es zeigt sich einmal mehr, dass große Verteidigungsnationen mit starker nationaler Industrie Schwierigkeiten haben, ihren nationalen Reflex abzulegen. Sie versuchen, ihre eigenen Industriegiganten zu schützen und zu stärken.“

Und der Konkurrenzkampf zwischen den verschiedenen beteiligten Rüstungsunternehmen macht es umso schmerzhafter, so Reykers, da Europa mit dem FACS-Projekt seine Abhängigkeit, von den Vereinigten Staaten, verringern könnte: „Dieses Projekt hätte ein wichtiger Schritt in diese Richtung sein können.“

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