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Inland
Wirtschaft

Carrefour hält sich in Belgien alle strategischen Optionen offen: Wachstum oder (Teil-)Verkauf

Die Zukunft der französischen Supermarktkette Carrefour in Belgien ist weiterhin ungewiss: Das Management erklärt, dass alle Optionen, einschließlich eines Verkaufs der Filialen, noch geprüft werden. Bislang gab es hauptsächlich Gerüchte – Carrefour wollte weder bestätigen noch dementieren, dass ein Rückzug aus Belgien möglich sei. Die neuen strategischen Pläne der Kette deuten aber darauf hin. Carrefour will sich in Zukunft vorrangig auf drei Kernländer konzentrieren: Frankreich, Spanien und Brasilien. Das Nachbarland Belgien ist also nicht dabei. 

Andreas Kockartz
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Im vergangenen Jahr konnte Carrefour in Belgien einen Umsatzanstieg verzeichnen und die Profitabilität nach einigen weniger erfolgreichen Jahren wiederherstellen. Auf vergleichbarer Basis stieg der Umsatz um 0,8 % auf 4,427 Mia. €. Genaue Gewinnzahlen liegen allerdings nicht vor. Carrefour betreibt in Belgien 40 Hypermärkte, mehr als 440 Carrefour Markets und rund 330 Carrefour Express-Filialen.

Einsparungen durch Eigenmarken

Laut Zukunftsplan will die Carrefour-Gruppe bis 2030 jährlich eine Milliarde Euro einsparen. „Es skizziert die Prioritäten“, erklärt Carrefour-Direktor Alexandre Bompard. Im Fokus stehen der Kampf um die Kunden mit wettbewerbsfähigen Preisen und die Kostenoptimierung. So wird Carrefour beispielsweise in Frankreich künftig 200 Eigenmarkenprodukte (Simply, Companino usw.) ohne Gewinnmarge verkaufen. Möglich ist dies, da Carrefour in seinem Heimatland einen Markt sieht, der in den letzten Jahren „rationalisiert und konsolidiert“ wurde.

Besorgte Gewerkschaften

Die Gewerkschaften sind besorgt über die Pläne von Carrefour in Belgien. Auf einer Pressekonferenz am Mittwochmorgen gab die Supermarktkette ihre Pläne (mehr oder weniger) bekannt, ließ aber wissen, alle strategischen Optionen für Belgien offenzuhalten. Auch ein Verkauf der Filialen ist denkbar. Die Beschäftigten von Carrefour in Belgien fordern jetzt Klarheit, so Wouter Parmentier von der christlichen Gewerkschaft ACV Puls gegenüber VRT NWS: „Wir hatten das irgendwie erwartet und auch irgendwie befürchtet.“

„Bizarre Kommunikation“

Doch vor zwei Wochen, als Carrefour seine Supermärkte in Rumänien verkaufte, versicherte die belgische Geschäftsleitung den Gewerkschaften, das Land sei für den Konzern von großer Bedeutung und Carrefour habe keinerlei Absicht, sich zurückzuziehen. „Die heutige Kommunikation ist daher bizarr“, meint Parmentier. Er fügt hinzu, dass es potenzielle Käufer gebe, beispielsweise den niederländischen Supermarktkonzern Albert Heijn.

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