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Griechenland empört: Flämischer Sammler versteigert Fotos von Hinrichtungen durch die Nazis

Ein Fotosammler aus Gent (Ostflandern) hat in Griechenland für Kontroversen gesorgt, nachdem er 200 einzigartige Fotos der Hinrichtung griechischer Widerstandskämpfer im Zweiten Weltkrieg auf der Online-Auktionsplattform eBay zum Verkauf angeboten hatte. Die griechische Regierung versucht nach Angaben von internationalen Medien und der belgischen Nachrichtenagentur Belga jetzt, diese Bilder in ihren Besitz zu bringen.

Andreas Kockartz
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Tim de Craene betreibt „Crain’s Militaria“, eine Handelsplattform für Dokumente und Münzen aus dem Zweiten Weltkrieg. De Craene bot die bis dahin unbekannten Fotos auf eBay an. Die Bilder zeigen eine Hinrichtung am 1. Mai 1944 im Athener Vorort Kaisariani. Die Kontroverse entbrannte, nachdem die Facebook-Gruppe „Greece at WWII Archives“ von der Auktion der Fotos erfahren hatte. Die Bilder sollen die letzten Momente der Widerstandskämpfer, hauptsächlich Kommunisten, kurz vor ihrer Erschießung durch die Nazis zeigen.

In einer am Montag veröffentlichten Erklärung teilte die griechische Regierung mit, sie werde ein Verfahren zur Aneignung der Fotos einleiten, „vorausgesetzt, die Eigentümer können deren Echtheit beweisen oder einer Untersuchung durch Experten zustimmen“.

Sammler und Händler De Craene hat die Fotos inzwischen von der Auktion zurückgezogen. Gegenüber der griechischen Zeitung „Kathimerini“ erklärte er, er verstehe, dass die Bilder besonders sensibel seien, betonte aber, dass sein Eigentumsrecht anerkannt werden müsse. Er fügte hinzu, er sei zu Gesprächen mit den griechischen Behörden bereit.

Sensibles Thema: Griechenland und die Kriegsgeschichte

In Griechenland sind die Kriegsgeschichte und die blutige Unterdrückung linker Widerstandskämpfer nach wie vor hochbrisante Themen. Die aufgetauchten Fotos haben die Debatte neu entfacht. Der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis kritisierte die Auktion scharf. Er sagte: „Es ist widerlich, dass die Nachkommen der Nazis daraus Profit schlagen.“

Die griechische Zeitung „Ta Nea“ berichtet, dass mindestens zwei der Opfer auf den Fotos bereits von Angehörigen identifiziert wurden. Die Hinrichtung der 200 Griechen erfolgte als Vergeltung für den Tod von 4 deutschen Soldaten im Süden des Landes.

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