In einem langen Beitrag auf X teilt der US‑Botschafter in Belgien scharf gegen Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (flämische Sozialdemokraten von Vooruit) aus. Er fordert Belgien auf, die „lächerliche und antisemitische Verfolgung von drei jüdischen Beschneidern in Antwerpen“ zu einzustellen. „Sie tun nur das, wofür sie seit Tausenden von Jahren ausgebildet sind“, so Bill White.
US‑Botschafter in Belgien: „Stoppt antisemitische Verfolgung jüdischer Beschneider“
Er richtet sich dabei persönlich an „den sehr unhöflichen belgischen Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke“. Dieser müsse gesetzlich ermöglichen, dass die jüdischen Beschneider ihre Arbeit ausführen können, findet er. „Belgien ist ein zivilisiertes Land. Hört auf mit dieser inakzeptablen Einschüchterung der jüdischen Gemeinschaft in Antwerpen und in Belgien“, heißt es weiter.
„Tut etwas – jetzt! Die Welt schaut zu“, so der Botschafter: „Amerika zählt auf Sie, das Richtige zu tun! Frank, du musst jetzt etwas unternehmen, damit das aufhört.“
Nächste Woche werde White nach eigenen Angaben nach Antwerpen reisen, um die drei jüdischen Beschneider zu treffen. Er findet außerdem, dass Vandenbroucke und Vooruit‑Vorsitzender Conner Rousseau ihn dorthin begleiten sollten.
Seit 2024 ermittelt die Staatsanwaltschaft von Antwerpen gegen drei Personen, die illegale Beschneidungen in der jüdischen Gemeinde in Antwerpen vornehmen. Es besteht der Verdacht, dass Personen ohne medizinische Ausbildung kurz nach der Geburt die Vorhaut von Jungen entfernen.
„Solche Praktiken werden in Antwerpen unter dem Druck radikaler Rabbiner durchgeführt, das gibt es nirgendwo sonst auf der Welt“, sagt der Antwerpener Jude Moshe Friedman. Das juristische Verfahren gegen die drei jüdischen Beschneider geht übrigens auf seine Beschwerde zurück.
Vooruit‑Vorsitzender Rousseau reagiert empört
In einer schriftlichen Reaktion an VRT NWS erklärt Rousseau:
„Belgien ist ein Rechtsstaat, der seine Bürger vor jeder Form von Willkür oder Einschüchterung schützt. Hier lassen wir die Justiz ihre Arbeit machen, und niemand steht über dem Gesetz – auch ein amerikanischer Botschafter nicht.“
Weiter heißt es:
„Er hat sich nicht in unsere Rechtsprechung einzumischen. Ich akzeptiere seine Beleidigungen gegenüber unserem Land und unserer Regierung nicht.“ Der Vooruit‑Vorsitzende fordert zudem: „Es wäre sinnvoll, wenn unsere Außenministerin ihn einlädt, um ihm die Funktionsweise unseres Rechtsstaats noch einmal gründlich zu erklären."
