Die belgischen Flughäfen verzeichneten im vergangenen Jahr eine Rekordzahl an Passagieren. Mit fast 36,4 Millionen Reisenden wurde der Rekord von 2019, also vor der Coronavirus-Pandemie, übertroffen. Dies geht aus den in den letzten Wochen von den Flughäfen veröffentlichten Zahlen hervor. Der irische Billigflieger nimmt seine geplante Rücknahme des Angebots ab dem wallonischen Charterflughafen Charleroi übrigens zurück. Dort soll es dann doch keine kommunale Abgabe auf Flugscheine geben.
2025 war ein Rekordjahr für Belgiens Flughäfen – Ryanair rudert in Charleroi zurück
Die Gesamtzahl der Passagiere an den Flughäfen Zaventem (der Brüsseler Nationalflughafen), Charleroi, Ostende, Antwerpen und Lüttich lag im vergangenen Jahr rund 4,5 % höher als im Jahr 2024 (34,8 Millionen). Dieser Anstieg reichte aus, um einen neuen Rekord aufzustellen – mit rund 850.000 Reisenden mehr als im bisherigen Spitzenjahr 2019.
Dieser Rekord ist bemerkenswert, da der Flughafen Brüssel, mit Abstand der größte Passagierflughafen des Landes, sein Niveau von 2019 noch nicht wieder erreicht hat. Die Passagierzahlen stiegen im vergangenen Jahr um 3,3 % auf 24,4 Millionen, lagen aber dennoch fast 2 Millionen (bzw. 7,5 %) unter dem Rekordjahr 2019. Dies wird durch den Flughafen Charleroi kompensiert, der rund 3 Millionen Passagiere mehr als 2019 abfertigte. Der Flughafen Brüssel-South-Charleroi (BSCA) schloss das Jahr mit 11,2 Millionen Passagieren ab – ein Rekord für den Flughafen in der Provinz Hennegau.
Kleinere Flughäfen
Die kleineren Flughäfen Ostende, Antwerpen und Lüttich zählten im vergangenen Jahr zusammen rund 800.000 Passagiere. Ostende (404.000 Passagiere) und Antwerpen (240.500) verzeichneten im Vergleich zu 2024 ebenfalls ein Wachstum, während die Passagierzahlen am Flughafen Lüttich auf 138.000 sanken.
Der Flughafen Lüttich verlor Anfang des Jahres zudem seine einzige Passagierfluggesellschaft, TUI fly. Lüttich ist aber in erster Linie ein Frachtflughafen -der größte in Belgien. Der gesamte Frachtumschlag an belgischen Flughäfen – hauptsächlich am Flughafen Brüssel – stieg bis 2025 auf über 2,1 Millionen Tonnen. Dies liegt leicht unter dem Rekordwert von über 2,3 Millionen Tonnen aus dem Jahr 2021.
Ryanair rudert zurück und bietet in Charleroi doch weiter die volle Kapazität
Die irische Fluggesellschaft gab dies bekannt. Ryanair-Chef Michael O'Leary hatte zuvor gedroht, mehrere Flugzeuge aus Charleroi abzuziehen und in diesem Jahr 1,1 Millionen Sitzplätze weniger anzubieten. Diese Entscheidung wurde nun jedoch revidiert, teilte Ryanair in einer Pressemitteilung mit. Die Fluggesellschaft verspricht dennoch ein Wachstum von 9 % im Vergleich zu 2025 für die Sommersaison. Letzte Woche wurde bekannt, dass die wallonische Regionalregierung der Stadt Charleroi keine Genehmigung erteilen wird, eine zusätzliche Steuer von 3 € pro Passagier am Flughafen Charleroi zu erheben.
Ryanair begrüßt diese Entscheidung. Es ist noch unklar, ob die Stadt gegen die Entscheidung der wallonischen Regierung vorgehen wird. Ryanair droht mit möglichen Flugstreichungen ab Oktober – der Wintersaison –, sollte die Bundesregierung ihre Pläne zur Erhöhung der Luftverkehrsteuer nicht zurücknehmen. Die Regierung hat beschlossen, die Steuer für Kurzstreckenflüge innerhalb Europas ab 2027 auf 10 Euro zu verdoppeln.
