Der Tierpark Pairi Daiza in der Provinz Hennegau hat am Freitag seine zehnte „Welt“ vorgestellt. Unter einer 24 Meter hohen Glaskonstruktion beherbergt „Edenya“ auf vier Hektar Regenwald, 230 Tierarten, 88 Gehege und ein Unterwasserrestaurant. Es handelt sich um die größte tropische Gewächshausanlage der Welt mit der größten Vielfalt an Pflanzenarten weltweit, so Pairi Daiza.
Tierpark Pairi Daiza eröffnet größtes tropisches Gewächshaus der Welt
Ab Samstag ist Edenya für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Der Tierpark spart nicht an Superlativen: Edenya ist „ein architektonisches Meisterwerk“, „eine monumentale Struktur“, „eine technische Meisterleistung“, aber ebenso „ein poetischer Raum“. In der neuen Welt werden sechs tropische Biotope – der Berg und der Wasserfall, der tropische Wald, der Trockenwald, das Flussdorf, der tropische Strand und die Pantanal-Klippe – zu „einer lebenden Landschaft“ verbunden. Ein 17 Meter hoher Wasserfall bildet die Lebensader von Edenya.
An seinem Fuß leben unter anderem Jaguare, Komodowarane, Karibik-Manatis, Parson-Chamäleons und Großkopfschildkröten. Außerdem wachsen dort mehr als 5.000 Kakteen und Euphorbien sowie fast 1.800 Pflanzenarten, darunter Nachkommen des ursprünglichen Bodhi-Baums, ein 38 Millionen Jahre alter Sequoia und Coco-de-Mer-Palmen von den Seychellen. Das tropische Klima garantiert das ganze Jahr über angenehme Temperaturen. „Hier ist jeden Tag schönes Wetter“, heißt es.
Das Glasdach besteht aus 1.320 Tonnen Stahl, 25 feuerfesten Säulen aus Stahlbeton und Glas, das von AGC Glass Belgium entwickelt wurde und bis zu fünfmal besser isolieren soll als ein gewöhnliches Gewächshaus. „Ein Gebäude dieser Art drohte ein enormer Energiefresser zu werden“, sagt Jérémy Lannoy von Pairi Daiza. „Deshalb haben wir uns für einen ambitionierten Ansatz entschieden, um den Verbrauch auf ein Minimum zu begrenzen und natürliche Ressourcen zu schonen.“
Solarpaneele liefern den gesamten Strom. Zudem werden Wärmepumpen, hybride Lüftungssysteme und ein System eingesetzt, das Wärme auffängt und saisonal neu verteilt. Das vier Hektar große Dach fängt Regenwasser auf, das in Reservoirs gespeichert und zur natürlichen Bewässerung der Pflanzen verwendet wird. Das aufgefangene Wasser wird in einem geschlossenen System recycelt. Das Abwasser wird gereinigt und fließt zurück in die Dender.
Mehr als hundert belgische und internationale Unternehmen waren an der Investition von 215 Millionen Euro beteiligt.

