Das Strafgericht in Hasselt (Limburg) hat acht Mitglieder einer rumänischen Diebesbande wegen Diebstahls von Preistauben verurteilt. Die Männer schlugen unter anderem in den Provinzen Limburg, Antwerpen, Flämisch-Brabant und Ostflandern zu. Sie erhielten Haftstrafen zwischen sechs und 30 Monaten und müssen mehreren Brieftaubenzüchtern Schadenersatz in Höhe von 467.671 Euro zahlen.
Rumänische Diebesbande wegen Diebstahls von 170 Preistauben verurteilt: Züchter erhalten Schadenersatz von fast 470.000 Euro
Zwischen 2022 und Januar 2025 wurden in Flandern massenhaft Tauben gestohlen, jeweils bei Züchtern, die kurz zuvor internationale Preise mit ihren Tauben gewonnen hatten. Die Diebe gingen dabei stets sehr geschickt vor, mit vorherigen Auskundschaftungen, der Verwendung falscher Kennzeichen sowie verschiedener Fahrzeuge und Mobiltelefonnummern.
Im Mai vergangenen Jahres gelang es der Föderalen Kriminalpolizei Limburg, 170 gestohlene Tauben in Rumänien und an mehreren Adressen in Vilvoorde (Flämisch-Brabant) sicherzustellen. Acht Verdächtige wurden festgenommen, und die Tauben konnten anhand von DNA-Untersuchungen identifiziert werden.
170 Preistauben gestohlen
Das Strafgericht in Hasselt spricht von „besonders schweren Taten mit gesellschaftlich zersetzendem Charakter“. Der Kopf der Bande, ein 46-jähriger Mann aus Vilvoorde, wurde nun zu 30 Monaten Haft und einer Geldstrafe von 1.600 Euro verurteilt.
Drei Komplizen erhielten Haftstrafen von 18, 20 und 24 Monaten. Vier weitere Helfer waren beim Prozess nicht anwesend, sie wurden zu Haftstrafen zwischen sechs und 20 Monaten verurteilt. Sie hatten geholfen, die rund 170 gestohlenen Tauben in Rumänien zu verstecken und zu transportieren.
„Nur effektive Gefängnisstrafen sind angemessen, um klarzumachen, dass eine derartige organisierte Kriminalität, die Angst- und Unsicherheitsgefühle verursacht, absolut inakzeptabel ist“, urteilte der Richter.
Sechs Brieftaubenzüchter hatten sich in dem Verfahren als Nebenkläger angeschlossen und gemeinsam Schadenersatz in Höhe von 1,8 Millionen Euro gefordert. Der Richter sprach schließlich Schadenersatz in Höhe von 467.671 Euro zu. Einer der Züchter erhält 300.000 Euro, weil er durch den Diebstahl seine einzigartigen Zuchtlinien verloren hat.
