Ein Kunstwerk, das am Kunstzentrum Atelier34zero Muzeum in Jette/Brüssel aufgehängt wurde, sorgt bei Anwohnern für Unmut. Es handelt sich um ein Foto eines Männerkopfes zwischen Frauenbeinen. „Es ist nicht pornografisch“, reagiert Daniil Schestakov vom Kunstzentrum.
Öffentliches Kunstwerk in Jette sorgt für Aufsehen: „Nicht geeignet für Kinder“
Das Foto des Brüsseler Fotografen Pierre Radisic wurde auf einer großen Plane an der Fassade des Kunstzentrums aufgehängt. Alle drei Monate erscheint an dieser Stelle ein anderes Kunstwerk.
Mehrere Passanten mussten jedoch erst einmal schlucken, als sie dieses Werk sahen, berichten französischsprachige Medien. Auch online äußerten Menschen bereits ihren Unmut.
„Ist das wirklich normal in Sichtweite von Kindern?“, fragt sich eine Frau in einer Anwohnergruppe auf Facebook. „Skandalös“ und „konzeptueller Unsinn“, reagiert jemand anderes. Mehrere Anwohner beschwichtigen hingegen: Sie sehen das Problem nicht oder sagen, das Foto sei nicht schlimmer als das, was sie in Serien und Filmen sähen.
„Debatte ist gut“
Im Museum selbst zuckt man mit den Schultern. „Hier selbst haben wir eigentlich keine Reaktionen darauf bekommen“, lässt Daniil Schestakov wissen. „Es überrascht mich auch, dass sich Menschen darüber so aufregen, denn es ist nicht pornografisch. Der Künstler hat in dieser Fotoserie die Dualität zwischen Männern und Frauen untersucht.“
Schestakov sagt auch überzeugt zu sein, dass das Kunstzentrum damit seine Arbeit macht. „Die Idee dieser Planen draußen ist gerade, Menschen, die normalerweise keine Galerie betreten, Kunst zu zeigen. Es ist auch gut, wenn Werke eine gewisse Debatte auslösen.“
Schestakov gibt jedoch offen zu, mit der Aufmerksamkeit zufrieden zu sein, die die „Kontroverse“ auslöst. „Das bringt die Leute dazu, über uns zu sprechen. Könnten Sie übrigens noch erwähnen, dass im zweiten Halbjahr dieses Jahres eine Ausstellung dieses Fotografen folgt?“
