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Inland
Wirtschaft

Flämischer Arbeitsmarkt etwas weniger angespannt, aber weiterhin 227 Engpassberufe

Der Arbeitsmarkt in Flandern ist etwas weniger angespannt als vor einem Jahr, dennoch gibt es weiterhin 227 Engpassberufe. Das geht aus der Liste der Engpassberufe des Flämischen Arbeitsvermittlungsdienstes (VDAB) hervor. Laut VDAB gibt es einen strukturellen Abgang durch die Alterung der Bevölkerung, zugleich besteht weiterhin eine größere Diskrepanz zwischen den verfügbaren Kandidaten und den Profilen, die Arbeitgeber suchen. Auch spezifische Arbeitsbedingungen machen es nicht immer einfach, offene Stellen zu besetzen.

Jens Van Reet
Veröffentlicht:

„Auf 100 Menschen, die in Rente gehen, rücken nur 81 junge Menschen auf unseren Arbeitsmarkt nach. Dadurch haben wir weiterhin ein strukturelles Defizit“, erklärt Joris Philips vom VDAB. „Zudem gibt es eine Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage. Nur indem wir allen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt geben und durch Ausbildungen können wir alle offenen Stellen besetzen.“

Die Suche nach bestimmten Profilen bleibt schwierig. Das zeigt die Liste mit 227 Engpassberufen. Im vergangenen Jahr waren es 251. Ein Engpassberuf ist ein Beruf, für den Unternehmen offene Stellen schwerer besetzen können.

In den Top 10 finden sich traditionell viele technische Berufe, wie Bauleiter oder Industrieelektromechaniker. Auch Krankenpfleger bleibt ein großer Engpassberuf, ebenso wie Buchhalter, Lkw-Fahrer oder Gartenbauarbeiter.

Die 10 größten Engpassberufe in Flandern (alphabetische Reihenfolge):

  • Buchhalter

  • Baukalkulator

  • Industrieelektromechaniker

  • Maschinenbediener

  • Gartenbauarbeiter

  • Techniker für Bau-, Land- und Hebemaschinen

  • Verantwortlicher für industriellen Unterhalt

  • Krankenpfleger

  • Lkw-Fahrer

  • Bauleiter

Nicht in den Top 10, aber traditionell ebenfalls ein Engpassberuf: Personal im Gastgewerbe.

Neu auf der Liste sind Eisenbahnmitarbeiter, Kosmetiker und persönliche Assistenten von Menschen mit Behinderung. Kandidaten für diese Berufe werden häufig durch die spezifischen Arbeitsbedingungen abgeschreckt – etwa durch die Unvorhersehbarkeit, mit der ein persönlicher Assistent konfrontiert wird – oder verfügen nicht über ausreichende Kenntnisse. Weitere mögliche Hürden sind: körperlich schwere Arbeit, Wochenend- und Abendarbeit, Teilzeit- und befristete Verträge, mangelnde Erfahrung, die richtige Einstellung für den Job oder Mobilitätsprobleme.

Ebenfalls neu auf der Liste ist Soldat-Matrose. Damit steht erstmals auch ein Beruf der Streitkräfte auf der Liste. Das ist eine Folge der Aufspaltung der Berufsstruktur beim Militär. Der VDAB verweist auf das strenge Auswahlverfahren beim Militär und den Übergang vom zivilen ins militärische Leben. „Die Realität entspricht nicht immer den Erwartungen“, erklärt VDAB-Sprecherin Joke Van Bommel. Kandidaten unterschätzen manchmal auch die Auswirkungen ihrer Wahl für eine bestimmte Einheit. „Wer sich beispielsweise für die Marine entscheidet, muss oft einen Umzug in Kauf nehmen.“

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