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Prinz Laurent ist der jüngste Bruder von König Filip.

Wie Prinz Laurent mit seiner Kommunikation über Epstein noch mehr Fragen aufwirft

Die Fragen zu den Kontakten von Prinz Laurent mit dem verurteilten  Sexualstraftäter Jeffrey Epstein kamen am Sonntag auf, nachdem die Zeitung Het Laatste Nieuws berichtet hatte, dass der Name des Bruders von König Philippe in den Epstein-Akten auftauchte. Konkret ging es um eine E-Mail von Epstein an einen Assistenten mit der Bitte, Laurents Kontaktdaten in sein Adressbuch aufzunehmen. Das wurde jedoch nie umgesetzt. 

Martina Luxen
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Am Montag, dem 2. Februar, reagierte Laurent mit einer schriftlichen Mitteilung an die Nachrichtenagentur Belga. Darin bestritt er, je an einer Veranstaltung teilgenommen zu haben, bei der Epstein anwesend gewesen sei, auch wenn Epstein dem Prinzen zufolge wiederholt versucht habe, Kontakt aufzunehmen, unter anderem während Laurents Praktika in den USA. 

Doch nur wenige Stunden später folgte eine zweite Erklärung: Laurent räumte ein, Epstein doch zweimal unter vier Augen getroffen zu haben, auch wenn es kein „tiefgehender Kontakt“ gewesen sei. 

„Genau hier begeht er einen großen Fehler“

„Er verletzt damit die Grundregeln guter Krisenkommunikation“, sagt Reputations- und Krisenkommunikationsexperte Jeroen Wils: „In einer Krise muss man vollständig transparent sein und die ganze Wahrheit in einem Zug erzählen. Alles, was man zurückhält, kommt später wie ein Bumerang zurück.“

Bruchstückhafte Erklärungen

In seiner ersten Mitteilung erklärte Laurent unter anderem, dass Epstein über ihn Kontakt zu seinen Eltern habe herstellen wollen. Diese seien jedoch „nicht zu kaufen“, habe er geantwortet. Außerdem habe Epstein ihn gebeten, an einem Projekt teilzunehmen, das laut Laurent „offensichtlich der Korruption diente“. 

Später sagte der Prinz gegenüber Belga, seine erste Erklärung sei „vielleicht nicht klar genug“ gewesen: 

„Als ich sagte, dass ich nie an einer Veranstaltung teilgenommen habe, bei der Epstein oder sein Umfeld anwesend waren, meinte ich öffentliche oder kollektive Veranstaltungen. Ich habe Epstein aber zweimal  auf sein Ersuchen unter vier Augen getroffen: einmal Anfang der 1990er-Jahre und ein weiteres Mal Anfang der 2000er-Jahre.“ 

Doch was der Zweck dieser Treffen war oder wo sie stattfanden, ließ Laurent offen. Laut Wils ist genau das problematisch: 

„Wenn man – wie er – ein Stück der Wahrheit in mehreren Etappen erzählt, gehen sofort alle Alarmglocken an. Das wirkt wie Panikfußball: jemand, der unter Druck steht, schlecht beraten wird und nur bruchstückweise Informationen preisgibt.“ 

Dabei sei die erste Erklärung eigentlich gut gewesen, sagt Wils: 

„Sie war konkret, enthielt viele Details und legte sofort dar, welche Kontaktversuche es gab und wie er darauf reagiert hat.“ 

Jetzt jedoch gebe es mehr Fragen. Und genau das müsse man in der Krisenkommunikation vermeiden. 

Viel früher reagieren

Wils meint, Laurent hätte schon viel früher offen über seine Kontakte mit Epstein sprechen müssen: 

„Er wusste oder hätte wissen müssen, dass er Kontakt hatte mit jemandem, der möglicherweise nicht einwandfrei war, und dass das irgendwann publik werden könnte. Dennoch scheint er bis zum letzten Moment gewartet zu haben.“ 

Was sollte Laurent jetzt tun? Abwarten, sagt Wils. 

„Wir wissen nicht, welche Informationen er noch hat. Vorerst sollte er beobachten, ob das Thema weiter eskaliert. Es kann genauso gut wieder abflauen. Wenn er merkt, dass Medien oder Öffentlichkeit seine Aussage nicht glauben, wird er später ein stärkeres Signal setzen müssen.“ 

In solchen Fällen sei Vollständigkeit entscheidend: „Die Botschaft muss klar und vollständig sein, mit allen Details und Kontext.“ Wils warnt deutlich: „In solchen Dossiers kann man es sich nicht leisten, auch nur ein einziges Element zurückzuhalten – selbst wenn man nichts zu verbergen hat. Und falls er mehr Kontakt mit Epstein hatte oder dessen Verhalten damals falsch eingeschätzt hat, dann sollte er das sofort ehrlich zugeben. Fehler früh zuzugeben verhindert später größeren Schaden.“ 

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