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Auf der Blechdose von Chocolat Jacques

Sozialkaufhaus in Diest versteigert Hitler‑Blechdose und ‘Mein Kampf’

Das Sozialkaufhaus Hageland in Diest bei Leuven (Provinz Flämisch-Brabant) hat eine Blechdose mit dem Abbild Hitlers für 104 Euro versteigert. Auch eine niederländischsprachige Ausgabe von Mein Kampf wechselte für 300 Euro den Besitzer. Die Direktion ist sich bewusst, dass diese Gegenstände kontrovers sind, doch „wir entscheiden uns für Wiederverwendung statt Wegwerfen“, heißt es dort. 

Martina Luxen
Veröffentlicht:

Das Sozialkaufhaus Hageland erhält regelmäßig ungewöhnliche Gegenstände, aber eine Blechdose mit Adolf Hitler sei laut Direktor Paul Stessens eine Ausnahme: „Soweit ich weiß, ist es das erste Mal, dass wir eine Blechdose von Chocolade Jacques mit einem Bild von Hitler verkaufen.“

Ist der Verkauf solcher Gegenstände erlaubt?

Darf man Bücher wie Mein Kampf oder Gegenstände mit Hitler-Abbild überhaupt verkaufen? 

„Soweit ich weiß: ja“, sagt Stessens: „Es ist gesetzlich erlaubt. Natürlich gibt es Dinge, die wir nicht verkaufen dürfen wie Elfenbein, Swastikas oder Fälschungen. Daran halten wir uns auch.“ 

Die Blechdose und das Buch seien zweifellos kontrovers, dennoch bietet das Sozialkaufhaus sie zur Versteigerung an – aus einem bestimmten Grund. 

„Es ist eine schwierige Abwägung, weil die Gegenstände mit dem Zweiten Weltkrieg zu tun haben. Aber wir setzen auf Wiederverwendung: Alles, was nicht neu produziert werden muss, ist ein Gewinn und spart Rohstoffe“, erklärt Stessens:„Es ist besser, sie zu verkaufen als wegzuwerfen. Dasselbe gilt für Pelzmäntel: Wenn wir sie secondhand verkaufen, muss niemand einen neuen kaufen. Für neue Pelze müssen Nerze gezüchtet werden, und das bringt großes Tierleid mit sich.“

Hohe Verkaufserlöse für beide Objekte 

Die Blechdose und das Buch wurden auf einer Online-Auktionsplattform angeboten. Mein Kampf erzielte 300 Euro, die Blechdose 104 Euro. 

„Die Einnahmen nutzen wir für unsere sozialen Ziele: Beschäftigung für Menschen, die schwer vermittelbar sind, und Armutsbekämpfung im Hageland.“ 

Über die Käufer kann das Sozialkaufhaus keine Auskunft geben. „Die Website ist inzwischen bekannt bei Leuten, die nach ‚besonderen Stücken‘ suchen, ebenso bei Sammlern. Warum jemand solche Objekte kauft, wissen wir nicht. Das kann historisches oder wissenschaftliches Interesse sein oder rein aus Sammelleidenschaft.“ 

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