Prinz Laurent hat den amerikanischen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein doch zweimal unter vier Augen getroffen. Das sagt er in einer zweiten Erklärung, nachdem er zunächst mitgeteilt hatte, „nie an einer Veranstaltung teilgenommen zu haben“, bei der Epstein anwesend war. Gegenüber Belga erklärt der Prinz, seine erste Mitteilung sei „vielleicht nicht klar genug“ gewesen.
„Als ich sagte, dass ich nie an einer Veranstaltung teilgenommen habe, bei der Epstein oder sein Umfeld anwesend waren, meinte ich öffentliche oder kollektive Veranstaltungen. Ich habe Epstein jedoch zweimal unter vier Augen getroffen, auf sein Ersuchen: einmal zu Beginn der 1990er-Jahre und ein zweites Mal Anfang der 2000er-Jahre.“
Was der Zweck dieser Treffen war oder wo sie stattfanden, teilt der Prinz nicht mit. In seiner ersten Mitteilung hatte er angegeben, dass Epstein über ihn unter anderem Kontakt zu seinen Eltern herstellen wollte. Außerdem habe Epstein laut Laurent gefragt, ob er sich an einem Projekt beteiligen wolle, das „offensichtlich dazu gedacht war, Korruption zu begehen“.
„Während meiner Praktika bei den Vereinten Nationen und bei einer großen Bank im Finanzzentrum von New York wurde ich mehrfach von Epstein angesprochen“, erklärt der Prinz: „Er stellte mir Fragen, die ich stets verneinend beantwortete. Er wollte meine Eltern kennenlernen, um sie seinen Milliardärsfreunden vorzustellen: Ich sagte ihm, dass meine Eltern nicht käuflich seien.“
Epstein habe laut dem Prinzen gehofft, über ihn Zugang zu europäischen Schulen und Universitäten zu erhalten, „um dort Wirtschaft zu unterrichten, vor allem an Universitäten mit weiblichen Studierenden“. Laurent sagt, er habe abgelehnt. „Später bat er mich, an einem Projekt im Umweltbereich teilzunehmen. Dieses Projekt war eindeutig dazu bestimmt, Korruption zu begehen. Ich habe sein Ansinnen entschieden zurückgewiesen.“ Ob der Prinz zur Polizei gegangen ist, ist unklar.
Im Jahr 2012 erhielt Prinz Laurent nach eigenen Angaben von Epstein eine Einladung zu einem Dinner in Paris, „mit – laut ihm – einem Staatsoberhaupt und reichen, einflussreichen Männern“. „Ich habe seine Einladung erneut abgelehnt und ihm gesagt, dass mich zur Schau gestellter Reichtum nicht interessiert und dass ich ihn nicht brauche, um mit Staatsoberhäuptern in Kontakt zu kommen. Er antwortete frustriert, dass niemand solche Einladungen ausschlage.“
