Zum Hauptinhalt springen
Inland
Wirtschaft

Schlechtes Wetter und internationale Lage belasten Winterschlussverkauf

Der Winterschlussverkauf endet an diesem Samstag mit einem weniger guten Ergebnis als im Vorjahr. Das geht aus einer Umfrage der flämischen Branchenorganisation Mode Unie hervor. Mindestens zwei Drittel der Geschäfte geben an, weniger verkauft zu haben als im vergangenen Jahr. In der Wallonie spricht die Mittelstandsvereinigung SNI von einem „sehr mittelmäßigen“ Jahresauftakt für den Handel. 

Belga Martina Luxen
Veröffentlicht:

Die Modebranche zieht damit eine äußerst gemischte Bilanz zu Beginn des Jahres. Schnee am ersten Wochenende des Schlussverkaufs hielt viele davon ab, das Haus zu verlassen. Danach waren die Temperaturen für ein Wintergeschäft wiederum zu mild.

„Die Kundinnen und Kunden sind heute gut informiert und kaufen nur, wenn sie wirklich etwas brauchen. Wenn es im Winter zu warm ist, verzichten sie auf Einkäufe“, erklärt Isolde Delanghe, Direktorin von Mode Unie. Auch die unsichere geopolitische Lage halte viele davon ab, Geld auszugeben. 

Nur 17 Prozent der von Mode Unie befragten Geschäfte meldeten höhere Verkaufszahlen als im Vorjahr. Allerdings hatten sich viele Geschäftsleute bereits vorbereitet und 12,5 Prozent weniger Winterware eingekauft. 

Auch der Onlinehandel verdirbt das Geschäft des stationären Handels

Mode Unie bestätigt, dass kleine Geschäfte nicht nur während des Schlussverkaufs unter Druck stehen. „Internationale Akteure im Onlinehandel fluten unseren Markt mit Billigprodukten von minderer Qualität. Zudem ignorieren sie oft unsere gesetzlichen Regeln zu Marktpraktiken und Produktsicherheit“, kritisiert Delanghe. 

Mode Unie und der SNI hoffen dennoch, dass der letzte Tag des Schlussverkaufs, der ebenfalls auf einen Samstag fällt, den Händlerinnen und Händlern wenigstens ein wenig Aufatmen verschafft. 

Umsatzeinbruch in den wallonischen Geschäften

In der Wallonie zeigt sich ein ähnliches Bild. Nach einem guten Startwochenende sei der Umsatz stark eingebrochen, berichtet der Sprecher der Mittelstandsvereinigung SNI. Das schlechte Wetter habe eine Rolle gespielt, aber auch ein strukturelles Problem: Die Schlussverkäufe hätten ihren Ereignischarakter verloren. 

„Kundinnen und Kunden wissen kaum noch, was ein fairer Preis ist. Sie werden das ganze Jahr über mit Rabatten überschwemmt – sowohl von großen Ketten als auch vom Onlinehandel. Das richtet enormen Schaden im lokalen Handel an“, so die SNI. 

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5