Der flämische Umweltminister Jo Brouns (christdemokratische CD&V) hat einen Stufenplan ausgearbeitet, um das Dossier um den Brüsseler Flughafen bis 2029 voranzutreiben. Ziel ist es, im Rahmen des europäischen Verfahrens der Balanced Approach den wirtschaftlichen Stellenwert des Flughafens mit den Auswirkungen auf die Anwohner in Einklang zu bringen.
Der Flughafen ist ein wichtiger Wirtschaftsmotor, liegt aber zugleich in einem dicht besiedelten Gebiet in Zaventem (Provinz Flämisch-Brabant), in dem der Fluglärm die Lebensqualität der Anwohner stark beeinträchtigt.
Im vergangenen Jahr wurde die Umweltgenehmigung des Flughafens aufgehoben. Flandern hat nun bis 30. Juni 2029 Zeit, eine neue Genehmigung zu erteilen. Voraussetzung dafür ist jedoch die Durchführung der europäischen Balanced Approach‑Prozedur.
Dieses Verfahren verpflichtet die Behörden, Lärmbelastung nicht politisch opportunistisch, sondern systematisch zu behandeln. Alle möglichen Maßnahmen müssen in einer festen Reihenfolge geprüft werden – von leiseren Flugzeugen über angepasste Flugrouten bis hin zu Nutzungseinschränkungen des Flughafens als letztem Schritt.
Flandern übernimmt die Initiative
Obwohl es sich um eine geteilter Zuständigkeit handelt, übernimmt Flandern die Initiative. In einer ersten Phase, die Anfang 2026 abgeschlossen sein soll, muss die flämische Regierung die Lärmziele festlegen und die Zusammenarbeit mit dem Föderalstaat und der EU organisieren. Das Verfahren wird formal aufgesetzt – mit einer Steuerungsgruppe, einem Verwaltungsorgan und externen Experten, die den Prozess begleiten. In späteren Phasen werden auch Anwohner, lokale Verwaltungen, betroffene Wirtschaftssektoren und die Zivilgesellschaft einbezogen.
Wenn Europa das Verfahren absegnet, können die Maßnahmen umgesetzt und eine neue Umweltgenehmigung erteilt werden. „Das schafft wieder einen rechtlich stabilen Rahmen für die Flughafenpolitik“, so der Minister.
Brouns betont: „Brussels Airport ist zu wichtig, um halbe Sachen zu machen. Er ist einer der Motoren der flämischen Wirtschaft. Eine solide Genehmigung ist essenziell. Wir überspringen keinen einzigen Schritt. Nur ein transparenter Prozess mit klaren Fakten und Raum für Dialog wird es ermöglichen, Lösungen zu finden, die sowohl rechtlich haltbar als auch gesellschaftlich nachvollziehbar sind.“
