Im vergangenen Jahr kamen 27.574 Asylsuchende nach Belgien. Diese Zahl ist weiterhin relativ hoch, liegt jedoch um 17 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die meisten Asylsuchenden waren Palästinenser, Eritreer und Afghanen.
Zahl der Asylsuchenden in Belgien gesunken, Palästinenser bleiben größte Gruppe
Asylsuchende, die erstmals einen Antrag auf internationalen Schutz stellen, werden zunächst vom Generalkommissariat für Flüchtlinge und Staatenlose (CGVS) geprüft. Insgesamt erhielten im vergangenen Jahr 39 Prozent von ihnen letztlich einen positiven Bescheid. Das ist ein geringerer Anteil als in den Vorjahren, als die Anerkennungsquote über 50 Prozent lag.
Dafür gibt es zwei wesentliche Erklärungen: 2024 wurden noch mehr als 2.700 Syrer anerkannt, ihre Anerkennungsquote lag hoch. Nach dem Sturz des Assad-Regimes in Syrien setzte das CGVS die Bearbeitung syrischer Asylanträge jedoch für zehn Monate aus. Erst seit November werden diese Anträge wieder bearbeitet.
Zudem bearbeitet Belgien Anträge von Personen, die bereits in einem anderen EU-Mitgliedstaat einen Schutzstatus erhalten haben, inzwischen schneller. Dabei handelt es sich vor allem um Palästinenser aus Griechenland. Ihre Anträge werden meist abgelehnt, da sie bereits anderswo Schutz genießen. Diese Entscheidung hatte Asyl- und Migrationsministerin Anneleen Van Bossuyt (N-VA, flämische Nationaldemokraten) bereits im April vergangenen Jahres getroffen.
Woher kommen sie?
Die meisten Asylsuchenden in Belgien, die 2025 erstmals einen Antrag stellten, stammten aus den palästinensischen Gebieten, gefolgt von Eritrea und Afghanistan.
Syrer rangieren in dieser Liste erst auf Platz sieben, was einen deutlichen Rückgang darstellt. Die Erklärung dafür hängt mit dem Sturz des Assad-Regimes und der oben erwähnten, zeitweiligen Aussetzung der Bearbeitung von Anträgen zusammen.
Mehr Abgänge aus der Unterbringung
Im Jahr 2025 kamen 25.003 Personen hinzu, die innerhalb des Netzes von Fedasil untergebracht werden mussten. Diese Zahl ist mit den Vorjahren vergleichbar. Gleichzeitig verließen 26.602 Menschen die Unterbringung, eine Zahl, die Jahr für Jahr steigt.
Dennoch landen in Belgien weiterhin zahlreiche Asylsuchende auf der Straße. Nach der Verschärfung der Unterbringungsregeln für Personen, die bereits in einem anderen europäischen Land Schutz erhalten hatten, tauchten sogar Berichte über Familien auf, die keine Unterkunft erhielten. Der Staat wurde dafür bereits mehrfach verurteilt.
Zwangsrückführungen
Die Zahlen der freiwilligen Rückkehr sind nicht weiter gestiegen, die Zwangsrückführungen lagen im vergangenen Jahr jedoch erneut höher. Die Rückführungen aus Gefängnissen stiegen um 25 Prozent auf 1.575 Personen und erreichten damit den höchsten Stand seit sieben Jahren.
„Die Rückkehr ist der Schlusspunkt des Systems und war jahrelang das am meisten vernachlässigte Glied“, sagte die Ministerin dazu. „Es ist ein Tanker, der Zeit braucht, um zu wenden, aber wir machen nun klare Fortschritte.“
In der vergangenen Woche nahm Belgien unter anderem an einer europäischen „erkundenden“ Mission teil, um auch Rückführungen nach Afghanistan voranzutreiben. Dieser Schritt stößt auf heftige Kritik aus der afghanischen Gemeinschaft in Belgien, die argumentiert, dass das Land unter der Herrschaft der Taliban nicht sicher sei.
