Zum Hauptinhalt springen

Ankündigung am Internationalen Holocaust-Gedenktag: Dossin-Kaserne in Mechelen will Dauerausstellung vollständig erneuern

Die Dauerausstellung der Gedenkstätte Kaserne Dossin in Mechelen wird bis 2030 vollständig erneuert. Das Museum über den Holocaust, Diskriminierung und Menschenrechte will neuen Erkenntnissen Raum geben. Das Museum bleibt in den kommenden Jahren jedoch geöffnet. Die Ankündigung erfolgte am heutigen Dienstag, dem 27. Januar, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag.

Jens Van Reet
Veröffentlicht:

Die aktuelle Dauerausstellung wurde 2012 gemeinsam mit dem Museum eröffnet. Sie erinnert an die 25.484 Juden und 352 Roma und Sinti, die von der Kaserne aus nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurden.

„Inzwischen hat sich vieles verändert“, sagt Direktor Tomas Baum. „Es gibt neue Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Forschung. So etwa die Rolle der belgischen Bahn im Holocaust: Sie wurde dafür bezahlt, Menschen zu deportieren. Das ist nur eines der neuen historischen Elemente, die thematisiert werden müssen.“

Auch das Publikum habe sich verändert. „2012 war das Smartphone noch längst nicht so präsent wie heute. Dadurch haben sich die Art des Lernens und die Erwartungen der Museumsbesucher gewandelt. Wir müssen sicherstellen, dass wir die Geschichte weiterhin auf eine gute Weise vermitteln können.“

Das Projekt wird sieben Millionen Euro kosten. Flandern übernimmt davon 4,2 Millionen Euro. Die Stadt Mechelen investiert weitere 500.000 Euro. Für den restlichen Betrag werden noch Sponsoren gesucht.

Der flämische Ministerpräsident Matthias Diependaele (N-VA, flämische Nationaldemokraten) und Kulturministerin Caroline Gennez (Vooruit, flämische Sozialisten) besuchten das Museum am Dienstag.

„Es ist wichtig, dass wir diese Geschichte weiterhin erzählen. Nicht nur, um die Vergangenheit zu kennen, sondern um Lehren für die Zukunft daraus zu ziehen“, sagte der flämische Ministerpräsident. „Diese Geschichte muss mit den neuesten Techniken erzählt werden. Auch heute schauen wir andere Filme als noch vor 30 Jahren.“

„Gerade heute sind diese Lehren angesichts dessen, was in der Welt geschieht, wieder von großer Bedeutung. Wir müssen sie unbedingt an junge Menschen und auch an uns selbst weitergeben. Wir müssen uns bewusst machen, dass man manchmal in kleinen Schritten in die falsche Richtung geht.“

Museum bleibt in den kommenden Jahren geöffnet

Direktor Baum hofft, dass das Museum für die Umgestaltung nicht allzu lange schließen muss. Er rechnet mit einer Schließzeit von drei bis sechs Monaten. „Wir stehen noch ganz am Anfang des Projekts. Wir werden die Besucher auch fragen, was sie sich wünschen oder was sie noch vermissen. Möglicherweise werden wir im Laufe der kommenden Jahre bereits kleinere Probeausstellungen testen.“

Während seines Besuchs sprach Diependaele zudem den Namen eines Opfers des Holocaust ein. Dies geschah im Rahmen des Projekts „Elke naam telt“, das die Erinnerung an jede deportierte Person wachhalten soll. Gennez hatte im vergangenen Jahr bereits einen Namen eingesprochen.

Die Ankündigung der Erneuerung erfolgte nicht zufällig am 27. Januar. An diesem Tag wird der Internationale Holocaust-Gedenktag begangen. Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau in Polen nach dem Zweiten Weltkrieg befreit.

Auch am Holocaust-Mahnmal bei der Kaserne Dossin findet jährlich eine Gedenkzeremonie statt. Vertreter der verschiedenen belgischen Behörden sowie mehrere Botschafter anderer Länder, darunter die USA und Israel, legten Kränze nieder.

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5