Die föderale Staatsanwaltschaft und das Zentrum für Cybersicherheit warnen vor Betrügern, die sich als König Philippe ausgeben. Auffällig ist, dass die Opfer zu einem Videogespräch mit dem König eingeladen werden. Es wird vermutet, dass die dabei verwendeten Bilder möglicherweise mithilfe von KI erstellt wurden. Eine Untersuchung wurde eingeleitet.
Betrüger geben sich als König Philippe aus und verschicken falsche Einladungen zu Videogesprächen
Seit Anfang vergangenen Jahres werden ausländische Würdenträger, belgische Unternehmensleiter und Familien über WhatsApp, per E-Mail oder telefonisch von Personen kontaktiert, die sich als König Philippe, sein Kabinettschef Vincent Houssiau sowie Generalmajor Stéphane Dutron, der Leiter des militärischen Nachrichtendienstes ADIV, ausgeben.
„Dabei kommen Techniken zum Einsatz, die den Eindruck erwecken können, dass der Kontakt tatsächlich vom Königlichen Palast oder von der König-Baudouin-Stiftung ausgeht“, heißt es bei der föderalen Staatsanwaltschaft, die ein Ermittlungsverfahren eröffnet hat.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft werden die Opfer gezielt auf der Grundlage möglicher Verbindungen zum Königshaus ausgewählt. In einer ersten Phishing-Welle wurde vor allem um finanzielle Unterstützung für die angebliche Befreiung belgischer Journalisten gebeten, die in Syrien als Geiseln gehalten worden sein sollen. In einem Fall wurde tatsächlich Geld überwiesen.
Fiktives Dinner
Seit Anfang Januar registriert die Staatsanwaltschaft eine zweite Welle von Betrugsversuchen, bei der vor allem Unternehmensleiter kontaktiert wurden. Auffällig ist, dass die Opfer dieses Mal zu einem Videogespräch eingeladen werden, um sie davon zu überzeugen, dass es sich tatsächlich um den König handelt. Möglicherweise wurden die Bilder mithilfe von KI erstellt.
Einige Opfer erhielten zudem eine falsche Einladung zu einem fiktiven Galadinner der König-Baudouin-Stiftung im Februar und April. Auch für diese Veranstaltung fordern die Kriminellen einen Beitrag oder ein Sponsoring.
Wer hinter dem Betrug steckt, ist bislang unklar.
Die Staatsanwaltschaft betont, dass verdächtige E-Mails jederzeit über die Plattform Safeonweb.be gemeldet werden können.
