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5-tägiger Streik bei der belgischen Bahn hat begonnen

Seit Sonntagabend um 22 Uhr hat bei der belgischen Bahn ein fünftägiger Streik begonnen. Dieser wird während der gesamten Arbeitswoche zu Behinderungen führen, am Montag verkehren aber ein Großteil der Züge. In der Wallonie streiken auch Teile der Belegschaft des öffentlichen Verkehrsunternehmens LeTec, was auch Auswirkungen auf Ostbelgien hat.

Jens Van Reet
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Der Streik wird von den fünf Gewerkschaften bei der Bahn getragen. Sie protestieren gegen die Pläne von Mobilitätsminister Jean-Luc Crucke (Les Engagés), künftig kein statutarisches Personal mehr zu ernennen.

Es handelt sich um einen sogenannten Rotationsstreik, bei dem täglich eine andere Gruppe von Beschäftigten zum Streik aufgerufen wird. Begonnen wird mit den Mitarbeitern von Infrabel in den Stellwerken.

Am Montag verkehren rund drei von vier IC-Zügen sowie zwei von drei vorstädtischen S- und L-Zügen. P-Züge, die den morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr verstärken, fahren gar nicht oder nur kaum.

Eine detaillierte Übersicht darüber, welche Züge am Montag verkehren und welche nicht, ist auf der Website der NMBS/SNCB abrufbar. Dort ist auch der Fahrplan für Dienstag bereits veröffentlicht.

Streik bei Bussen in der Wallonie

Neben dem Bahnstreik gibt es in der Wallonie auch einen Streik beim öffentlichen Verkehrsunternehmen LeTec. Die Behinderungen im Bus- und Straßenbahnverkehr des früheren TEC werden ebenfalls die ganze Woche über spürbar sein.

Es handelt sich um einen Streik von unbestimmter Dauer aus Protest gegen die Sparpläne, die die wallonische Regierung dem öffentlichen Verkehr auferlegt.

In der Region Lüttich und Verviers sind am Montag mehr als 80 Prozent der Fahrten gestrichen. In Charleroi liegt der Verkehr bis auf zwei Linien vollständig lahm. Fahrgäste werden gebeten, die App und die Website von LeTec zu konsultieren, um zu überprüfen, ob ihr Bus oder ihre Straßenbahn fährt oder nicht.

Ostbelgien

In der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens ist die Situation etwas entspannter, wie der Belgische Rundfunk (BRF) berichtet. In der Eifel wurden nach aktuellem Stand keine Linien gestrichen.

Im Norden der Deutschsprachigen Gemeinschaft müssen sich Fahrgäste jedoch auf vereinzelte Einschränkungen einstellen. So fällt unter anderem die Linie 14 zwischen Eupen und Aachen aus.

Ebenfalls gestrichen sind die Linien 722 (Eupen–Lichtenbusch), 724 (Verviers–Eupen), 725 (Verviers–Bellmerin) sowie die Linie 825, die durch Eupen führt. Die Busse der ASEAG verkehren hingegen planmäßig.

Mobilitätsminister: „Zeit der Verhandlungen ist vorbei“

Mobilitätsminister Jean-Luc Crucke (Les Engagés, frankophone Zentrumspartei) zeigt in der Radiosendung De Ochtend im VRT Radio 1 kein Verständnis für die streikenden Bahnbeschäftigten. „Es gibt für alles eine Zeit: Die Zeit der Verhandlungen ist vorbei“, stellt der Minister klar.

Der Minister hatte im vergangenen Jahr zweimal ein Vorabkommen mit den Gewerkschaften geschlossen, doch die Basis – die Lokführer und Zugbegleiter selbst – stimmte nicht zu.

Daraufhin zog der Minister die Reißleine und setzte die Gespräche mit den Gewerkschaften aus. Inzwischen wurde der Gesetzentwurf vom Ministerrat gebilligt, zum Ärger der Gewerkschaften.

Crucke betont, dass sich für die Beschäftigten, die nun streiken, nichts ändern werde, sondern nur für Arbeitnehmer, die ab dem 1. Juni eingestellt werden. Sie werden nicht mehr statutarisch, sondern vertraglich beschäftigt. „Das Statut ist Vergangenheit“, so Crucke.

Der Minister erklärt, er wolle die Bahn auf die Liberalisierung im Jahr 2032 vorbereiten. Bis dahin müsste die Bahn laut Crucke bereit sein, in einer wettbewerbsorientierten Welt zu bestehen – so wie die belgische Post (Bpost) und die Telekom-Gesellschaft Proximus dies zuvor getan hätten.

Mobilitätsminister Crucke

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