Zum Hauptinhalt springen
Inland
Justiz

Nach pro-kurdischer Demo: Messerstecherei am Operaplein in Antwerpen mit sechs Verletzten

Am Ende einer pro-kurdischen Demonstration am Donnerstagabend in Antwerpen wurden sechs Menschen niedergestochen. Zwei von ihnen befanden sich zunächst in kritischem Zustand. Die Antwerpener Polizei hat bei den vier Verdächtigen, die unmittelbar nach dem Vorfall festgenommen wurden, Hausdurchsuchungen und Verhöre durchgeführt.  

Radio 1 Martina Luxen
Veröffentlicht:

Nach der Messerstecherei am gestrigen Abend konnte die Polizei vier Verdächtige festnehmen. Sie wurden inzwischen verhört, doch weitere Informationen dazu gibt die Polizei derzeit nicht preis. 

„Wir haben auch Hausdurchsuchungen bei den Verdächtigen durchgeführt, unter anderem in Antwerpen“, erklärt Wouter Bruyns von der Antwerpener Polizei am Freitagmorgen. „Was diese Durchsuchungen ergeben haben oder nicht, ist Teil der laufenden Ermittlungen.“ 

„Die Demonstration verlief sehr ruhig und friedlich“, so Bruyns: „Am Ende der Kundgebung kam es zu etwas Tumult, und dann stellte sich heraus, dass mehrere Personen verletzt worden waren – sie hatten Stich- oder Schnittwunden. Vier von ihnen wurden auf dem Operaplein gefunden, zwei weitere in der Umgebung. Wir vermuten, dass sie ihre Verletzungen an diesem Ort erlitten haben, sich das Geschehen also verlagert hat.“ 

Insgesamt wurden sechs Menschen verletzt. Zwei von ihnen wurden in Lebensgefahr ins Krankenhaus gebracht. Nach medizinischer Versorgung konnte die akute Lebensgefahr jedoch abgewendet werden. 

ANSEHEN

Polizei war schon vor Ort

Die Polizei untersucht die Umstände der Messerstecherei. Das forensische Labor hat eine Spurensicherung durchgeführt, und die Ermittler haben Videomaterial ausgewertet. 

„Außerdem sehen wir, dass in den sozialen Medien viele Videos kursieren. Diese werden wir selbstverständlich ebenfalls prüfen“, sagt Bruyns. Die Polizei befragt zudem Zeugen und Opfer. Eine Sicherheitszone wurde eingerichtet; gegen 1 Uhr nachts wurde sie wieder freigegeben.

Rund 200 bis 300 Personen nahmen an der genehmigten pro-kurdischen Demonstration teil. Bruyns weist zurück, dass die Polizei unzureichend vorbereitet gewesen sei. 

„Man kann Risiken nie vollständig ausschließen. Wir müssen immer die Vorgeschichte betrachten, und darauf basiert die Risikoeinschätzung. Es ist kein Zufall, dass wir zur Überwachung vor Ort waren. Wir konnten den Opfern erste Hilfe leisten und unmittelbar nach den Taten vier Verdächtige festnehmen.“ 

Verdacht auf Mordversuch

Laut der kurdischen Organisation Navbel handelt es sich um „einen terroristisch motivierten Angriff auf die kurdische Gemeinschaft in Antwerpen“, direkt nach „einer Protestaktion gegen die dschihadistischen Angriffe auf die Kurden im Norden Syriens“. 

Die Polizei hält sich zurück: Es sei zu früh, um eine Terroraktion zu bestätigen. Die Vorfälle werden derzeit vorläufig als Mordversuch eingestuft.

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5