Anfang Januar 2025 schloss das Brüsseler Konservatorium seine Pforten für eine umfassende Sanierung. Nach der Vorbereitungsphase kann die eigentliche Sanierung, im Februar beginnen. „Wir streben weiterhin eine Wiedereröffnung innerhalb von vier Jahren an“, so Rahim Samii, Vorsitzender der gemeinnützigen Organisation Conserdamus, die für das Konservatorium verantwortlich ist, gegenüber der regionalen Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ.
Endlich - Das Konservatorium in Brüssel wird restauriert: „Wiedereröffnung für 2030 geplant“
Die Vorbereitungsarbeiten an den neoklassizistischen Gebäuden des Brüsseler Konservatoriums begannen vor rund einem Jahr. In dieser ersten Phase wurde Asbest entfernt und die Gebäude wurden saniert, um die Sicherheit der anschließenden Renovierung zu gewährleisten. Diese zweite Phase verzögerte sich um einige Monate, beginnt nun aber im Februar 2026, wie Rahim Samii gegenüber BRUZZ bestätigte: „Wir streben weiterhin eine Wiedereröffnung innerhalb von vier Jahren an. 2030 ist der geplante Fertigstellungstermin, aber wir hoffen, früher wieder öffnen zu können.“
Die renommierte, aber veraltete Musikbibliothek wird durch einen Neubau ersetzt, der akustisch hochwertige Unterrichtsräume und einen Proberaum umfassen wird. „Das Gebäude stammt aus den 1950er-Jahren und war stark asbestbelastet. Die niedrigen Decken von kaum zwei Metern machten die Bibliothek praktisch unbrauchbar“, erklärt Samii. Die Sammlung wurde u.a. an die Königliche Bibliothek von Belgien übergeben.
Konzersaal
Auch der große Konzertsaal in der Regentschapsstraat, der unter Denkmalschutz steht, aber seit Jahren in schlechtem Zustand ist und unter anderem unter Feuchtigkeitsschäden leidet, wird renoviert. Der Saal bietet Platz für 600 Zuschauer. „Die Originalfarben werden wiederhergestellt und die Tonanlage wird komplett modernisiert“, so Samii: „Alles wird angegangen: Dach, Fassade und Heizungsanlage werden komplett erneuert. Insgesamt sind das fast 15.000 Quadratmeter.“
Das Konservatorium beherbergt die beiden Brüsseler Musikhochschulen, das Königliche Konservatorium Brüssel (KCB) und das Conservatoire royal de Bruxelles (CrB), eine Musikbibliothek und drei Konzertsäle.
Wasserschäden
Der desolate Zustand der Gebäude, von denen einige aus dem 17. und 19. Jahrhundert stammen, war jahrelang ein Problem. Wasserschäden, Löcher in den Böden und eine veraltete Infrastruktur entsprachen nicht mehr den Bedürfnissen der Bildungseinrichtungen und der wachsenden Zahl von Studierenden. Heute haben KCB und CrB zusammen 1.300 Studierende. „Jedes Jahr müssen wir Bewerber ablehnen“, sagt Samii: „Diese Zahl steigt jährlich. Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir nach Abschluss der Arbeiten mehr Studierende aufnehmen können.“
Die beiden Musikhochschulen zogen während der Renovierungsarbeiten in verschiedene Gebäude um. Die französischsprachigen Studierenden befinden sich in der Eikstraat und der Koningsstraat, während die niederländischsprachigen Studierenden in einem Gebäude an der Zavel und in der Brüsseler Gemeinde Anderlecht untergebracht sind.
Zwei Sprachgemeinschaften
Das Sanierungsprojekt zieht sich seit Jahren hin. Laut Samii lag der Grund darin, dass das Gebäude von den beiden Sprachgemeinschaften in der Brüsseler Hauptstadt-Region gemeinsam genutzt wurde, was jahrelang zu Unklarheiten darüber führte, wer für die Sanierung zuständig war. Auftragnehmer ist Beliris, die Behörde, die in der Region für Bau-, Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten zuständig ist. Die Pläne für die lang erwartete Sanierung wurden bereits 2022 vorgestellt.