Die flämischen Liberalen heißen nicht länger Open VLD, sondern „Anders“. Das hat Parteivorsitzender Frédéric De Gucht beim Neujahrsempfang seiner Partei bekanntgegeben. „Wir werden Politik anders machen. Wir starten von einem weißen Blatt.“
Vor rund 1.300 Anwesenden in La Madeleine in Brüssel kündigte Vorsitzender Frédéric De Gucht am Montagabend einen neuen Namen für die Partei an: „Anders“. Das neue Logo zeigt eine blaue Kugel und das Wort „Anders“ mit einem Punkt dahinter.
Die Ankündigung kam überraschend. Dass die Partei einen neuen Namen bekommen würde, war zwar bekannt, doch der Zeitpunkt ist früher als erwartet.
De Gucht steht nun seit gut drei Monaten an der Spitze der flämischen Liberalen. Der neue Name soll helfen, die Wende einzuleiten, nach schwierigen Jahren mit schlechten Wahlergebnissen. Mit dem damaligen Premierminister Alexander De Croo als Spitzenkandidat bei den föderalen Wahlen im Juni 2024 erzielten die Liberalen ein desaströses Ergebnis. Sie übersprangen damals nur knapp die Sperrklausel für die Abgeordnetenkammer. Auch auf flämischer Ebene schnitten sie schlecht ab.
„Das ist mehr als ein neuer Name: Wir werden Politik anders machen. Wir starten ohne Angst von einem weißen Blatt. Es gibt keine Tabus, keine Dogmen“, so De Gucht.
Entschlacken, entfalten, unternehmen
Laut De Gucht markiert der Neujahrsempfang einen Neuanfang für die Partei, und es sei Zeit, die Seite umzublättern. „Wir machen Politik, um Dinge zu verändern. Schluss mit kleinen Träumen. Es muss mehr sein“, sagt er.
Die Ambition der Partei müsse darin bestehen, an das Potenzial der Menschen zu glauben, sich für einen Staat zu entscheiden, der sich nicht zu sehr in das Leben der Menschen einmischt, und daran zu glauben, dass Unternehmertum die Welt besser macht, heißt es. Das übersetzt die Partei in drei Säulen, oder drei O: entschlacken, entfalten und unternehmen.
De Gucht stellte dabei bereits einige Ideen vor, etwa ein alternatives Steuersystem, um den „fiskalischen Wildwuchs“ zu stoppen. Das neue Steuergesetzbuch, an dem die Partei arbeitet, soll nur noch 33 Codes umfassen. Laut De Gucht gehen die ersten Berechnungen von einem allgemeinen Steuersatz von 21 Prozent aus.
Wie sich die flämischen Liberalen nennen: eine Übersicht
Die flämischen Liberalen – nun also „Anders“ – trugen rund 20 Jahre lang den Namen Open VLD. Im Jahr 2007 wurde dem Namen VLD (Übers.: Flämische Liberale und Demokraten) das Wort „open“ hinzugefügt. Dieser Name bestand bereits seit 1992.
Vor VLD hieß die Partei PVV (Übers.: Partei für Freiheit und Fortschritt). Und die PVV wiederum ging in den 1960er-Jahren aus der unitarischen Liberalen Partei hervor.
