Die Rechnung für Patienten in belgischen Krankenhäusern ist 2024 auf fast 1,6 Milliarden Euro gestiegen. Auffällig: Trotz einer Deckelung ist der Gesamtbetrag der Honorarzuschläge um 9,1 Prozent gestiegen. Das geht am Montag aus dem neuen Krankenhausbarometer der Intermutualistischen Agentur (IMA) hervor.
Honorarzuschläge 2024 trotz Deckelung um fast 10 Prozent gestiegen
Insgesamt zahlten Patienten 2024 zusammen 1,59 Milliarden Euro für klassische Krankenhausaufenthalte und Tageshospitalisierungen. Das entspricht einem Anstieg von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Honorarzuschläge machen fast die Hälfte dieses Betrags aus, insgesamt 760 Millionen Euro. Honorarzuschläge dürfen nur berechnet werden, wenn ein Patient sich für ein Einbettzimmer entscheidet. Etwas weniger als ein Drittel des Gesamtbetrags für den Patienten (460 Millionen Euro) entfällt auf den Eigenanteil.
Der Gesamtbetrag der Honorarzuschläge liegt um 9,1 Prozent höher als 2023, als er sich auf 697 Millionen Euro belief. Das ist bemerkenswert, da im selben Zeitraum die Beteiligung der Krankenversicherung lediglich um 5,6 Prozent zugenommen hat und der Anteil des Eigenanteils um 1,5 Prozent.
Gründe?
Zudem galt zwischen 2022 und Ende 2024 eine Deckelung der Honorare, eine Maßnahme, die von Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit, flämische Sozialisten) eingeführt wurde. Diese Begrenzung ließ jedoch einige Ausnahmen für bestimmte medizinische Disziplinen oder nach Zustimmung des Patienten zu. Laut IMA haben elf Krankenhäuser ihre Höchstprozentsätze tatsächlich erhöht.
Eine Erklärung für den Anstieg ist, dass einige Krankenhäuser und Ärzte möglicherweise mehr Leistungen abgerechnet oder häufiger den Höchstsatz angewandt haben. Auch der durchschnittlich berechnete Prozentsatz ist gestiegen, von 107,4 Prozent im Jahr 2022 auf 112,6 Prozent im Jahr 2024. In der Praxis variieren die Zuschläge je nach Krankenhaus zwischen 100 Prozent und sogar 300 Prozent über dem Basistarif.
Noch eine auffällige Feststellung: Fachärzte wie Anästhesisten, Gynäkologen, Orthopäden und Chirurgen berechnen am häufigsten Zuschläge. Eine kleine Gruppe von 10 Prozent der Ärzte ist für nicht weniger als 43 Prozent des gesamten Supplementvolumens verantwortlich.
Die durchschnittliche Rechnung für einen Patienten bei einem klassischen Krankenhausaufenthalt in einem Einbettzimmer beträgt 2.778 Euro, was achtmal mehr ist als bei einem Aufenthalt in einem Mehrbettzimmer (323 Euro).
Maßnahmen der Regierung De Wever
Im Rahmen des Sommerabkommens einigte sich die belgische föderale Arizona-Regierung von Bart De Wever (N-VA, flämische Nationaldemokraten) auf die Einführung einer Obergrenze für Honorarzuschläge. Zunächst war von einem Höchstsatz von 125 Prozent die Rede, doch nach dem Widerstand der Ärztegewerkschaften beschloss die Regierung, dem Sektor bis Ende Juli 2027 Zeit zu geben, selbst einen Vorschlag vorzulegen.
Kommt keine Einigung zustande, wird die Regierung selbst eine Obergrenze festlegen. Die Begrenzung tritt Anfang 2028 in Kraft.
