Am Sonntag verlor Marokko das Finale des Afrika-Cups gegen Senegal. Kurz nach der Niederlage kam es in der Brüsseler Gemeinde Sint-Jans-Molenbeek kurzzeitig zu Unruhen. Auch im Antwerpener Stadtteil Borgerhout kam es zu Ausschreitungen. Einige Unruhestifter wurden festgenommen. Belgiens Innenminister Bernard Quintin übt scharfe Kritik an den Randalierern und warnt: „Die Zeit der Ausreden ist vorbei.“
Ausschreitungen in Brüssel und Antwerpen nach Niederlage Marokkos im Afrika-Cup, Innenminister Quintin kündigt hartes Vorgehen an
In Molenbeek versammelten sich nach dem Spiel an der Metrostation Zwarte Vijvers mehrere Hundert Jugendliche. Kurzzeitig wurde es unruhig, als einige mit Feuerwerkskörpern und Absperrgittern zu werfen begannen. In der Mitte des Platzes, am Eingang der Metro, wurde ein Brandsatz gezündet. 4 Polizisten wurden verletzt und 11 Randalierer administrativ festgenommen.
Ein Team von Freiwilligen, darunter auch einige Politiker, versuchte, die Jugendlichen zu beruhigen.
In Borgerhout sei es in der Nacht „relativ ruhig geblieben“, sagte Polizeisprecher Wouter Bruyns. „Es war zwar viel los auf der Straße, und in dieser Stimmung gab es einige Menschen mit weniger guten Absichten.“
So wurden Eier auf einen Bus geworfen, Feuerwerkskörper gezündet und auch Steine auf die Polizei geworfen. Zudem kam es zu einer Kollision zwischen zwei Fahrzeugen. „Insgesamt haben wir 9 Personen administrativ festgenommen, darunter 7 Personen, die zu Unruhen aufgerufen hatten, und zwei Steinewerfer“, so Bruyns.
Innenminister Quintin: „Beschmutzen das Image einer ganzen Gemeinschaft“
„Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Die Justiz muss die identifizierten Täter mit den strengsten Maßnahmen bestrafen, und sie müssen jeden Cent des von ihnen verursachten Schadens ersetzen.“ Das erklärte Belgiens Innenminister Bernard Quintin (MR, frankophone Liberale) als Reaktion auf die Gewalt nach dem Finale des Afrika-Cups.
Quintin verurteilte die Vorfälle in scharfen Worten. „Diese Banden gewalttätiger Randalierer beschmutzen das Image einer ganzen Gemeinschaft“, sagte er. „Sie terrorisieren ihre Nachbarn und verwüsten ihr Viertel.“

