Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB hat in ihrer Traktionswerkstatt in Ostende eine neue Werkhalle in Betrieb genommen. Mit einer Investition von 47 Millionen Euro will das Bahnunternehmen seine Wartungsinfrastruktur weiter modernisieren. „Die große und moderne Werkhalle soll die Zuverlässigkeit unserer Triebzüge verbessern, was wiederum zu einer höheren Pünktlichkeit für unsere Fahrgäste führen soll“, sagt Britt Moonen von der SNCB.
Belgische Bahn eröffnet neue Werkhalle in Ostende: „Großer Schritt hin zu effizienterer Wartung von Triebzügen“
Die neue Werkhalle ist 200 Meter lang, 18 Meter breit und 13 Meter hoch. Im Inneren befinden sich zwei durchgehende Gleise, die von beiden Seiten zugänglich sind. Dank dieser Länge können Züge künftig in einem Stück gewartet werden, ohne zeitaufwendiges Abkuppeln. Insgesamt können bis zu vier Züge gleichzeitig in der Halle untergebracht werden.
Der Bau begann 2020, die Halle wurde Ende 2025 in Betrieb genommen.
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„Timetable Integrated Maintenance“
Dank der neuen Infrastruktur kann in Ostende künftig nach dem TIM-Prinzip gearbeitet werden, was für „Timetable Integrated Maintenance“ steht. Dieses Prinzip ist mit einem Boxenstopp in der Formel 1 vergleichbar: Züge kommen häufiger, aber kürzer zur Wartung herein, und zwar während ruhiger Phasen im Fahrplan.
Im Durchschnitt kommt ein Zug alle zwei Wochen für eine Wartung von etwa vier Stunden in die Werkstatt. Da die Techniker auch nachts arbeiten, sind die meisten Züge während der morgendlichen Hauptverkehrszeit wieder verfügbar. „Das System soll die Einsatzfähigkeit des Rollmaterials deutlich erhöhen“, so Sprecherin Moonen.
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Wichtige Rolle für Westflandern
Die Traktionswerkstatt in Ostende beschäftigt rund 250 Mitarbeiter. Sie ist für die Wartung, Reparatur und Reinigung von fast 400 Triebzügen und Lokomotiven pro Monat zuständig. „Damit ist der Standort ein entscheidendes Glied im Zugverkehr in Westflandern und weit darüber hinaus sowie ein wichtiger Arbeitgeber in der Region.“
Die NMBS/SNCB verfügt über elf Werkstätten und mehrere technische Wartungsposten im ganzen Land. Die neue Werkhalle in Ostende ist die fünfte große neue Werkhalle, die die Bahn in den vergangenen Jahren in Betrieb genommen hat, nach Arlon (Provinz Luxemburg), Hasselt (Provinz Limburg), Kinkempois (Provinz Lüttich) und Melle (Provinz Ostflandern). Sie ist Teil des Investitionsplans der belgischen Bahn zur umfassenden Modernisierung ihrer Werkstätten.
