Zum Hauptinhalt springen
Inland
Justiz

Nach dem Cyberangriff auf ein Antwerpener Krankenhaus: 3 von 4 Kliniken unzureichend gesichert

Nach dem Cyberangriff auf das Antwerpener Krankenhaus AZ Monica, infolge dessen Operationen verschoben und Patienten verlegt werden mussten, stellt sich die Frage, ob Krankenhäuser in Belgien ausreichend gegen solche Angriffe geschützt sind. Das ist häufig nicht der Fall, so ein Experte für Cybersicherheit.

Jens Van Reet
Veröffentlicht:

Wer hinter dem Cyberangriff auf das Antwerpener Krankenhaus steckt, ist noch unklar. Auch ob sensible Informationen erbeutet wurden, ist bislang nicht bekannt. Es wird von einem Ransomware-Angriff ausgegangen. Dabei fordern Hacker häufig Lösegeld, doch laut der Staatsanwaltschaft sei dies hier nicht der Fall. „Dennoch handelt es sich in 99 Prozent der Fälle um einen Ransomware-Angriff“, sagt der Cybersicherheitsexperte Eddy Willems. Und sind Krankenhäuser darauf in der Regel gut vorbereitet?

„Krankenhäuser sind ziemlich gut abgesichert“, sagt der Experte Eddy Willems. „Es gibt auch strenge Vorschriften. Dennoch lassen sich immer Lücken in dieser Sicherheit finden.“ Häufig handelt es sich um nicht durchgeführte Updates oder um einen Mitarbeiter, der auf einen Phishing-Link klickt.

Dringender Handlungsbedarf

Deshalb sei es nach Ansicht der föderalen Regierung an der Zeit, dass Krankenhäuser zusätzliche Schritte unternehmen, um das erforderliche Niveau in Sachen Cybersicherheit zu erreichen. Bei drei von vier belgischen Krankenhäusern bestehe dringender Handlungsbedarf, wie aus dem Bericht „Status of cybersecurity in Belgian hospitals“ hervorgeht.

„Der Bericht zeigt, dass die Unterschiede in der Cybersicherheit zwischen den Krankenhäusern weiterhin groß sind“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Ein von vier Krankenhäusern erreicht das erforderliche Niveau oder liegt nahe daran, während vor allem kleinere und psychiatrische Krankenhäuser aufgrund begrenzter Mittel und eines Mangels an spezialisierten Fachkräften zurückbleiben. Auch regional gibt es Unterschiede: Flämische Krankenhäuser schneiden im Durchschnitt besser ab als wallonische und Brüsseler.“

Um ihr Niveau zu verbessern, bietet die Regierung Lösungen an. So soll für jedes Krankenhaus in den kommenden 36 Monaten ein individueller Maßnahmenplan ausgearbeitet werden. Auf diese Weise können Prioritäten, geplante Lösungen sowie der erforderliche Einsatz von Personal und Budget erfasst werden.

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5