Zu Beginn des akademischen Jahres hielt die Rektorin der Genter Universität, Petra De Sutter, eine Rede, die mit erfundenen Zitaten bekannter Denker gespiekt war. Diese Zitate waren sogenannte Halluzinationen von einem KI-Tool. Der Vorfall kam nach einer Untersuchung der Nachrichtenwebsite Apache ans Licht. Die Universität Gent bestätigte die Fehler.
Petra De Sutter, die zuvor für die flämischen Grünen als erste transgeschlechtliche Ministerin Europas im Kabinett des belgischen Premierministers Alexander De Croo tätig war, hatte am 19. September 2025 zum Auftakt des akademischen Jahres eine Rede an der Universität Gent gehalten. Sie zitierte unter anderem den Philosophen Hans Jonas und den Psychologen Paul Verhaeghe. Außerdem schrieb sie Albert Einstein den Satz „Dogma ist der Feind des Fortschritts“ zu. Die Untersuchung von Apache zeigt, dass alle drei verwendeten Zitate erfunden sind. Sie scheinen Halluzinationen eines KI-Tools zu sein.
Der Pressedienst der UGent erklärte, dass der Fehler bei der Überarbeitung des Entwurfs der Rede mithilfe von KI entstanden sei. Auf der Website der Universität wurde die Rede seit September zweimal korrigiert – das erste Mal im Oktober und zuletzt im Januar. Dies geschah, nachdem Apache auf die Fehler hingewiesen hatte. Inzwischen ist der Text auf der Website mit einem Hinweis versehen. Die Rede mit den halluzinierten Zitaten kann weiterhin im Video auf der Website angesehen werden.
In der Rede hat die Universität Gent die Zitate inzwischen durch Paraphrasen ersetzt und die falschen Quellen korrigiert. Der Fauxpas ist besonders peinlich, da die UGent selbst eine sehr klare KI-Richtlinie hat. „Wenn Sie KI-Tools unverantwortlich nutzen, kann es passieren, dass Sie Informationen ohne Quellen liefern, dass die Quellen erfunden sind (Halluzinationen) oder dass die Informationen mit falschen Quellen versehen sind“, heißt es darin.
„Überprüfen Sie die Ergebnisse immer kritisch; es liegt weiterhin in Ihrer Verantwortung, das Quellenmaterial gründlich zu lesen. Sie sollten auch stets die Originalquelle konsultieren“, ergänzt die Universität Gent.
