Die durchschnittliche Dauer eines Krankenhausaufenthalts nach einem Eingriff ist in Belgien zwischen 2008 und 2022 von 6 auf 5 Tage gesunken. Das geht aus einer Studie des belgischen Gesundheitsinstituts KCE hervor, die am Donnerstag vorgestellt wurde. Trotz kürzerer Aufenthalte sind weder die Sterblichkeit binnen 30 Tagen noch die Zahl ungeplanter Wiederaufnahmen gestiegen, betont das KCE. Grundlage der Analyse sind über 25 Millionen Krankenhausaufenthalte.
Aufenthalt im Krankenhaus nach Eingriff immer kürzer – keine höheren Risiken
Parallel dazu nahm die Zahl der Eingriffe in Tageskliniken zu: 2008 lag der Anteil bei 58 Prozent, 2022 bereits bei 66 Prozent. Gründe für die Entwicklung sind laut KCE vielfältig: geringeres Risiko für Komplikationen wie Infektionen oder Thrombosen, schnellere Rückkehr ins vertraute Umfeld und effizientere Nutzung knapper Krankenhausressourcen.
Allerdings warnt das KCE vor Risiken bei bestimmten Patientengruppen: Bei über 85-Jährigen liegt die Quote ungeplanter Wiederaufnahmen bei rund 10 Prozent. Zudem variieren die Zahlen je nach Klinik deutlich. Die Studie soll später um einen zweiten Teil ergänzt werden, der ambulante Versorgung und spezifische Krankheitsbilder untersucht.
Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke sieht die Entwicklung positiv: Kürzere Aufenthalte seien für Patienten und Personal vorteilhaft und senkten die Kosten. Möglich wurde dies durch medizinische Innovationen.
