Die Antwerpener Justizbehörden wollen ein permanentes Ermittlerteam für ungelöste Altfälle einrichten. Allein in der Provinz Antwerpen liegen derzeit 165 unaufgeklärte Mordfälle in den Akten – einige seit den 1970er-Jahren. Mit moderner Technik und forensischem Know-how könnten Ermittler neue Spuren finden und Angehörigen endlich Antworten geben.
„Cold Cases sind extrem arbeitsintensiv“, erklärt Kristof Aerts, Sprecher der Staatsanwaltschaft in Antwerpen: „Wenn wir Ermittler dauerhaft darauf ansetzen, können wir Durchbrüche erzielen, wie zuletzt bei den Ermittlungen im Mord an Tania Van Kerckhoven.“
Das geplante Team soll aus Experten der belgischen Polizei und Forensikern des Instituts für Kriminalistik bestehen, die alte Spuren mit heutigen Methoden wie DNA-Analysen neu bewerten sollen.
Doch nicht jeder Fall lässt sich lösen: Manche Akten enthalten zu wenige Spuren, andere könnten verjährt sein. Bei Mord gilt jedoch meist keine Verjährung.
Trotz knapper Ressourcen sieht die Justiz den Vorstoß als effizient: „Wir wollen nicht jedes Mal bei null anfangen“, so Aerts. Ziel ist, systematisch alte Fälle neu aufzurollen – für Gerechtigkeit und die Angehörigen.
