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„Grönländer sind nicht käuflich!“, sagt Flame in Nuuk zu Trumps Annexionsplänen

„Die überwältigende Mehrheit ist sich einig: Wir sind nicht käuflich!“, sagt Stan Teerlynck (29), der seit vier Jahren in Grönland lebt. Hintergrund sind Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der über den Kauf der Insel spekuliert. Die Pläne sorgen für Unruhe. Eine Kooperation mit den USA ist für viele Grönländer denkbar, allerdings „nur auf Augenhöhe“. 

Martina Luxen
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Nach seinen Studien in Belgien zog Stan Teerlynck vor sieben Jahren nach Dänemark. Die Erforschung der Arktis und ihrer Völker gehörte zu seinem Aufgabengebiet.

Vor vier Jahren fand der Flame eine Stelle als Projektmanager bei einem Unternehmen, das IT-Plattformen entwickelt und zu dessen Kunden auch die dänische Regierung gehört.

Laut Stan Teerlynck sind die Meinungen der Grönländer zu Trumps Plänen ziemlich einhellig: „Fast alle unterstützen den grönländische Ministerpräsidenten und die Regierung. Die Botschaft ist klar und wird breit getragen: Grönland will nicht Teil der Vereinigten Staaten werden, schon gar nicht auf diese Weise. Wir sind nicht käuflich. Die überwältigende Mehrheit ist sich darin einig.“

Die größte Regierungspartei, Demokraatit, hatte die wirtschaftliche Unabhängigkeit Grönlands als wichtiges Wahlkampfthema. Das bleibt das wichtigste Ziel des Landes. „Die Mehrheit der Bevölkerung will Unabhängigkeit, erkennt aber auch, dass es dafür vielleicht noch zu früh ist“, sagt Teerlynck.

Bedeutung der Rohstoffe

Rohstoffe und insbesondere Edelmetalle spielen eine Schlüsselrolle in den Plänen von Donald Trump. „Das Bewusstsein dafür ist in Grönland sehr stark“, sagt Stan: „Als erstmals klar wurde, wie viele verschiedene Mineralien in großen Mengen vorhanden sind, war das für viele Menschen eine Erleichterung: Es eröffnete die Aussicht auf echte Unabhängigkeit, da die potenziellen Gewinne dem Land ermöglichen könnten, auf eigenen Füßen zu stehen.“  

Seit 2009 hat Grönland die Befugnis, selbst zu entscheiden, wer Mineralien abbauen darf und unter welchen Bedingungen. „Das war ein entscheidender Moment“, sagt Stan. „Die Menschen wollen die Regeln und Bedingungen selbst festlegen. Seitdem werden Lizenzen auch in Absprache mit Dänemark vergeben. Grönland profitiert davon.“

„Aber die Grönländer haben wenig oder gar keine Erfahrung im Rohstoffabbau, weshalb sie völlig auf ausländische Investitionen angewiesen sind.“

Kooperation ist daher die Botschaft für die langfristige Perspektive. „Wenn dies auf Augenhöhe mit anderen, auch mit den Vereinigten Staaten, geschehen kann, dann sind die Grönländer bereit dazu.“

Klima schafft Gastfreundschaft

„Die Grönländer sind außergewöhnlich gastfreundlich“, sagt Stan: „Sie unterstützen sich gegenseitig und sind sehr gemeinschaftsorientiert. Das merkt man ständig im Alltag. Die Menschen sind offen, heißen einen herzlich willkommen und lassen einen schnell heimisch fühlen. Und weil die Umgebung so unwirtlich und das Wetter manchmal miserabel ist, bringt das die Menschen zusammen. Das war auch für mich nicht anders, als ich vor vier Jahren hier ankam.“  

Auch wenn derzeit geopolitische Stürme über die Insel ziehen, bleiben die Grönländer meist gelassen. „Wir haben ein grönländisches Wort dafür: Ajungilaq“, sagt Stan: „Es bedeutet: ‚Es wird schon' oder 'Wir nehmen es, wie es kommt'. Das ist typisch für eine Gesellschaft, in der Wetter und Natur gnadenlos sein können und die Menschen sich den Umständen anpassen.“

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