Buchstaben sind allgegenwärtig, von Zeitungsschlagzeilen bis hin zu Straßenschildern. Von Plakaten, die fröhlich rufen, bis hin zu Briefen, die streng an uns gerichtet sind. Mit kräftigen Linien, fließenden Kurven oder strengen Winkeln: Die Wahl der Schriftart verstärkt die Botschaft. Typografie wird oft übersehen, doch sie ist eine einzigartige Kunstform, die Handwerkskunst und Kreativität vereint. Grund genug für das Industriemuseum (IM) in Gent, ihr eine eigene Ausstellung zu widmen.
"Typefaces": Ausstellung zum Thema Schriftarten im Industriemuseum Gent
Heute werden Buchstaben digital erstellt, doch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein wurden physische Lettern für den Druck gebraucht, die zu diesem Zweck hergestellt werden mussten. Hölzerne Plakatbuchstaben waren die ausdrucksstärksten und eindrucksvollsten Buchstaben. Die Ausstellung „Typefaces“, etwa „Schriftarten“, lässt die Atmosphäre einer Druckerei wiederaufleben und präsentiert die faszinierende Geschichte der Holzlettern seit dem 19. Jahrhundert (und nicht nur diese).
Anhand einzigartiger Plakatbuchstaben und historischer Drucksachen, eines interaktiven Produktionsbereichs und zeitgenössischer Projekte entdecken die Besucher die Kraft und Vielseitigkeit der Typografie.
Schriftarten
Die Blickfänge der Ausstellung sind Jan Vermanderes überraschende Schriftarten „TypeFaces“. Als Artist-in-Residence verbrachte er sechs Monate in der Druckerei des Industriemuseums. Dort tauchte er tief in die Sammlung hölzerner Lettern ein und schuf eine Reihe von Schriftarten, sogenannte TypeFaces. Mit seinen schlichten, spielerischen Kompositionen befreit er die Buchstaben von ihrer traditionellen Funktion.
Die Ausstellung präsentiert außerdem die Arbeiten von sechs Grafikdesign-Studierenden der LUCA School of Arts (Gent). Axelle Hostyn, Jana Hoeckx, Julie Soete, Kato Van Nerom, Lut Van den Heuvel und Sofie Verbert wählten jeweils eine Schriftart aus der Museumssammlung und schufen auf Basis dessen eine digitale Neuinterpretation. Die Ausstellung gewährt Einblicke in ihren Arbeitsprozess und zeigt, wie zeitgenössische Designer diese historischen Schriften wiederbeleben.
Die Geschichte der Holzlettern
Neben diesen zeitgenössischen Projekten beleuchtet die Ausstellung die reiche Geschichte des Druckens mit Holzlettern. Jo De Baerdemaeker nimmt die Besucher mit auf eine Reise durch sein Forschungsprojekt „Typo Belgiëque“ und erkundet die Ursprünge und die Entwicklung der Typografie in Belgien seit dem 19. Jahrhundert. Faszinierende Objekte, Schriftproben und Plakate veranschaulichen den Herstellungsprozess und die historische Verwendung von Holzlettern.
Das Industriemuseum inventarisiert und digitalisiert seine Schriftsammlung. Diese Ausstellung bietet einen Blick hinter die Kulissen dieses monumentalen Projekts. Die Besucher können die vielseitige Sammlung von Holzlettern entdecken und dabei erfahren, wie diese zur Gestaltung von Plakaten verwendet werden.
"Typefaces", noch bis 22. Februar 2026, Industriemuseum (IM), Minnemeers 10, 9000 Gent. Info: https://www.industriemuseum.be
