Die Mietpreise sind in Flandern in den letzten drei Jahren um 15 % gestiegen. Laut einem Bericht des Immobilienverbands CIB, den das VRT-Verbrauchermagazin WinWin einsehen konnte, sind die Mieten auch 2025 weiter deutlich angestiegen. Auch die Zahl der Mieter, bzw. derer, die eine Mietwohnung suchen, hat sich in Flandern in den letzten fünf Jahren verdoppelt. In den Städten hat sie sich sogar verdreifacht. Das Angebot an Mietwohnungen ist jedoch nicht entsprechend gewachsen - im Gegenteil.
Mieten in Flandern: Höhere Mietpreise, steigende Nachfrage, weniger freie Wohnungen
Die hohe Nachfrage und das sinkende Angebot auf dem flämischen Mietmarkt treiben die Durchschnittsmiete in die Höhe. Innerhalb von fünf Jahren ist die Miete für ein Haus um 25 % gestiegen. Konkret bedeutet das, dass eine Wohnung heute fast 200 € mehr pro Monat kostet als vor fünf Jahren. Damals lag die durchschnittliche Monatsmiete bei 717 € - heute liegt sie bei 893 €.
Wohnungssuchende in Flandern sehen sich zudem zunehmend mit Diskriminierung und illegalen Praktiken konfrontiert. Dies geht auch aus der Beobachtung des Verbrauchermagazins WinWin beim VRT-Sender Radio 1 hervor. Dabei kommt es zu Diskriminierung aufgrund der Herkunft, aber auch aufgrund des Familienstands und des Einkommens. Es dauert mitunter Monate, bis Mietinteressenten eine Wohnung besichtigen können. Und selbst vorher müssen sie Vermietern zahlreiche persönliche Informationen preisgeben. Da der Mietmarkt so begrenzt ist, nehmen viele Interessenten dies in Kauf.
Wachsende Mietergruppen: Singles, Menschen über 60 und Bewerber für Sozialwohnungen
Kristophe Thijs vom belgischen Immobilienverband CIB erklärt die steigende Nachfrage nach Mietwohnungen gegenüber VRT NWS wie folgt: „In Flandern ist heute jeder Dritte Single. Da es für sie schwieriger ist, einen Kredit zu bekommen, drängen sie schneller auf den Mietmarkt. Hinzu kommt die wachsende Gruppe der über 60-Jährigen, die ihre (zu große) Immobilie verkaufen und in eine Mietwohnung umziehen möchten.“
Der Hauptgrund für die steigende Zahl der Bewerber sei jedoch der Mangel an Sozialwohnungen, so Thijs. Es gebe einen enormen Zustrom von Sozialwohnungsberechtigten auf den privaten Mietmarkt. Aktuell stehen 200.000 Familien auf der Warteliste. Solange diese keine Sozialwohnung bekommen, müssen sie sich anderweitig umsehen. Es gibt Fälle, in denen Menschen bis zu zwei Jahre lang nach einer Wohnung suchen müssen, wie WinWin herausfand.
