Von den Arbeitssuchenden in Flandern, die Anfang 2026 ihre Unterstützung verlieren sollten, war Ende November fast jeder Fünfte bereits wieder beschäftigt. Das geht aus einer ersten Erhebung der flämischen Arbeitsagentur VDAB hervor. Es handelt sich dabei ausschließlich um Arbeitssuchende, die laut Einschätzung des VDAB arbeitsfähig sind.
Kein Arbeitslosengeld mehr ab Januar: fast jeder 5. Betroffene in Flandern jetzt in Arbeit
Im Juli 2025 hat die belgische Regierung beschlossen, die Arbeitslosenunterstützung zeitlich zu begrenzen. Zwischen dem 1. Januar und dem 28. Februar verlieren zunächst Arbeitssuchende, die seit 20 Jahren oder länger arbeitslos sind, sowie junge Leute mit einer Eingliederungsbeihilfe ihre Leistung.
Im September zählte die flämische Arbeitsagentur VDAB 4.784 Arbeitssuchende, die von der Maßnahme betroffen waren. 1.351 dieser Arbeitssuchenden (28 Prozent) wurden von der VDAB aus gesundheitlichen oder anderen Gründen als nicht arbeitsfähig eingestuft. Deshalb tauchen diese Personen nicht in den Zahlen der flämischen Arbeitsministerin Zuhal Demir (N-VA) auf.
18 Prozent seit Ende November wieder in Arbeit
Für die übrigen 72 Prozent oder 3.433 Arbeitssuchenden sind Schritte in Richtung Arbeit möglich. Ende November waren 18 Prozent von ihnen beschäftigt – insgesamt 612 Personen, davon 564 junge Arbeitssuchende zwischen 20 und 34 Jahren. Ob es sich um langfristige Beschäftigung handelt, ist nicht bekannt.
Zählt man die Gruppe arbeitsunfähiger Personen hinzu, sinkt die Quote derjenigen, die Arbeit gefunden haben, auf 13 Prozent.
Ältere Arbeitssuchende zwischen 50 und 64 Jahren, die seit 20 Jahren oder länger arbeitslos sind, haben es deutlich schwerer, eine Stelle zu finden. Von ihnen haben nur 40 eine Arbeit gefunden.
Zuhal Demir: Niemand muss für den Arbeitsmarkt verloren sein
Ministerin Demir bezeichnet die Zahlen als ermutigend: „Dass wir Ende November bereits dieses Ergebnis erreicht haben, noch bevor die Leistungen wegfallen, gibt Hoffnung. Es handelt sich zudem um eine erste Welle mit besonders schwer zu aktivierenden Profilen“, sagt sie.
„Diese Zahlen beweisen, dass niemand für den Arbeitsmarkt verloren sein muss. Auch Menschen, die jahrelang arbeitslos waren, können mit der richtigen Unterstützung wieder arbeiten. Jeder Mensch, der nach mehr als 20 Jahren Arbeitslosigkeit wieder eine Arbeit findet, ist ein Gewinn,vor allem für die Person selbst.“
Demir hofft, dass es in den kommenden Monaten gelingen muss, noch mehr Menschen in Arbeit zu bringen: „Das wird für den VDAB mehr denn je die wichtigste Baustelle.“
