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Inland
Justiz

17-Jähriger in geschlossene Einrichtung nach Beschuss der Polizei mit Feuerwerk

Ein Jugendrichter in Antwerpen hat einen 17-Jährigen in eine geschlossene Einrichtung eingewiesen. In der Silvesternacht hatte er Polizisten mit Feuerwerkskörpern beschossen. Ein Beamter wurde leicht verletzt. 

Martina Luxen
Veröffentlicht:

In Antwerpen kam es in der Silvesternacht zu besonders heftigen Auseinandersetzungen mit Jugendlichen. Randalierer richteten Schäden an, legten Brände und warfen Feuerwerkskörper oder andere Gegenstände auf Einsatzkräfte. 

Mehr als 100 Personen wurden festgenommen, über die Hälfte davon Minderjährige. Ein 17-Jähriger ist am Donnerstag vor dem Jugendrichter erschienen, nachdem er Feuerwerk auf die Polizei abgeschossen hatte. Der Richter entschied, ihn vorläufig in einer geschlossenen Einrichtung unterzubringen.

Kamerabilder und Ermittlungen 

Bei den Ausschreitungen in der Silvesternacht sind insgesamt fünf Polizisten leicht verletzt worden. Keiner von ihnen ist arbeitsunfähig. 

Die Polizei wertet derzeit Kamerabilder aus, um möglichst viele Personen zu identifizieren, die Schäden verursacht haben. Sie werden nicht nur Geldbußen erhalten, sondern müssen auch die entstandenen Schäden sowie die Kosten für die Vernichtung beschlagnahmter Feuerwerkskörper bezahlen. 

„Jugendliche kommen nicht mit einer einfachen Geldbuße davon“ 

Die Polizei in Antwerpen war nach eigenen Angaben überrascht vom Ausmaß der Gewalt und Verwüstung in der Neujahrsnacht. Mehr als 100 Personen wurden festgenommen, über die Hälfte davon Minderjährige. Wie Wouter Bruyns, Sprecher der Antwerpener Polizei, mitteilte werden die Jugendlichen für die Kosten aufkommen müssen. Mit einer einfachen Verwaltungsstrafe sei es nicht getan. 

„Wir hatten diese Aggression nicht in dieser Intensität erwartet. Wir waren schockiert“, sagte Wouter Bruyns in der Sendung De Ochtend: „Unfassbar, wie Feuerwerksraketen horizontal aufeinander, aber vor allem auf Einsatzkräfte und Polizei gerichtet wurden.“ 

ANSEHEN

Wie konnte die Antwerpener Polizei so überrumpelt werden? „Wir haben im Vorfeld viele Kontrollen in sogenannten Hotspot-Vierteln durchgeführt. Wir prüfen dort, ob Jugendliche Feuerwerk besitzen, und warnen sie.“ 

In den vergangenen Wochen erhielten bereits fast 100 Jugendliche eine Verwarnung. In der Silvesternacht kamen diese Jugendlichen und viele weitere Randalierer zusammen. „Das sind keine Jugendlichen, die zufällig in der Nähe waren. Wir wissen oft sehr genau, wer sie sind.“ 

Die Konsequenzen werden folgen, betont Bruyns: „Viele Vorfälle sind auf Video festgehalten, und im Einsatzzentrum haben wir den Bildern große Aufmerksamkeit geschenkt.“ 

Die Jugendlichen müssen nicht nur mit Geldbußen rechnen, sondern auch für die verursachten Schäden und die Kosten für die Vernichtung beschlagnahmter Feuerwerkskörper aufkommen. 

Familie in der Verantwortung

Diese hohe Rechnung müssen oft die Eltern bezahlen. „Es liegt daher an den Eltern, mit ihren Kindern klare Vereinbarungen zu treffen, damit so etwas in Zukunft nicht mehr passiert.“ Auch Bürgermeisterin Van Doesburg betonte gestern die Bedeutung eines Gesprächs mit den Eltern. 

Van Doesburg zeigte sich überrascht über die Unwissenheit vieler Eltern darüber, wo ihre Kinder nachts unterwegs sind. „Aber wir sehen auch, dass viele Familien schockiert sind über das kriminelle Verhalten ihrer Kinder“, sagt Bruyns. 

Laut Bruyns müssen die Familien Verantwortung übernehmen: „Ich denke nicht, dass wir allein auf die Regierung schauen sollten, wenn es um Probleme in bestimmten Vierteln geht. Auch Familien müssen auf ihre Verantwortung hingewiesen werden.“ 

„Das ist eine Herausforderung, mit der viele Großstädte mit einem vielfältigen Publikum konfrontiert sind“, so Bruyns. 

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