Die belgische Polizei, die an der Bewachung des jüdischen Viertels in Antwerpen beteiligt ist, wird diese Aufgaben weiter wahrnehmen. Das hat Innenminister Bernard Quintin (französischsprachige Liberale, MR) entschieden, nachdem die Beamten heute abgezogen werden sollten. Das gab Bürgermeisterin Els van Doesburg (nationalistische N-VA) in der Radiosendung De Ochtend bekannt.
Belgische Polizei wird jüdisches Viertel in Antwerpen weiterhin bewachen
Das jüdische Viertel in Antwerpen steht seit 2014 unter erhöhter Bewachung. Innenminister Quintin wollte die Bundespolizisten abziehen, da es sich um einen temporären Bewachungsauftrag gehandelt habe und dank eines neuen Gesetzes bald auch Soldaten für solche Sicherheitsaufgaben eingesetzt werden könnten.
Die Antwerpener Bürgermeisterin hatte die Argumente des Innenministers kritisiert: „Die Sicherheit des jüdischen Viertels wird durch Bundespolizisten gemeinsam mit lokalen Polizeikräften gewährleistet. Es handelt sich um eine 50/50-Aufteilung. Und plötzlich sollte die Hälfte der Kräfte wegfallen“, sorgte sich Van Doesburg.
Quintin hat seine Meinung wohl geändert: “Ich bin sehr froh, dass der Minister entschieden hat, dass alles so bleibt, bis Soldaten eingesetzt werden können“, sagte die Bürgermeisterin in De Ochtend: „Das übersteigt die lokale Ebene, und wir müssen das gemeinsam mit der Bundespolizei und der Armee tun. Ich verstehe, dass die Kapazität der Bundespolizei begrenzt ist, aber es ist wichtig, dass die Polizei dort präsent bleibt.“
