Zum Hauptinhalt springen

Was sich ab 1.1.26 alles ändert: weniger Krankentage ohne Attest und höhere Gasrechnung

Ab dem neuen Jahr treten zahlreiche Regelungen in Kraft, die das Arbeitsleben, die Familie und den Geldbeutel betreffen. Hier folgt eine Übersicht der  wichtigsten Änderungen.

Belga Martina Luxen
Veröffentlicht:

Arbeit

  • Kürzere Krankheitsregelung: Beschäftigte dürfen statt bisher drei Krankentage ab dem 1. Januar 2026 nur noch zwei Krankheitstage ohne ärztliches Attest zu Hause bleiben. Ab dem dritten Fehltag muss ein offizielles ärztliches Attest vorgelegt werden. Diese Regelung gehört zu den Maßnahmen der belgischen Regierung, um Langzeitkranke schneller zurück an den Arbeitsplatz zu bringen. 

  • Mehr als 1 Mio. Beschäftigte erhalten ab Januar 2026 mehr Gehalt beziehungsweise Lohn.

  • Für einen ersten Kreis von Betroffenen endet der Anspruch auf Arbeitslosengeld nach zwei Jahren Arbeitslosigkeit. Wer keine Anstrengungen zur Jobsuche unternimmt, wird künftig schneller sanktioniert.

Geld

Auch finanziell bringt das Jahr 2026 einige Neuerungen, darunter

  • die Einführung der viel diskutierten Kapitalertragssteuer.   

Aber auch alltägliche Dinge werden teurer wie

  • Bahntickets, 

  • Briefmarken,

  • Mitgliedsbeiträge bei der Krankenkasse.

  • 2026 sinken die Netzentgelte für Strom für eine durchschnittliche Familie um 4 Prozent bzw. 20 € pro Jahr auf durchschnittlich 463 €. 

  • Für Erdgas steigen sie hingegen um 6 Prozent bzw. 16 € auf 276 € pro Jahr – ein Rekordwert. 

Die Verteilnetzentgelte sind die Gebühren für die Lieferung von Strom und Gas bis zur Haustür. Sie decken die Kosten des Netzbetreibers Fluvius für Bau und Wartung der Netze sowie die Übertragungskosten, die Fluvius an den Hochspannungsnetzbetreiber Elia zahlt. Die Netzkosten machen einen großen Teil der gesamten Strom- und Gasrechnung aus. 

Dass die Netzkosten für Strom sinken, liegt unter anderem daran, dass die Netzbetreiber weniger Grünstromzertifikate kaufen müssen. Einige Anlagen erhalten 2026 keine Unterstützung mehr. Große Anlagen bekommen zudem keine Zertifikate mehr bei negativen Preisen. Andererseits steigen die Übertragungskosten 2026 um 4  Prozent. 

Die höheren Netzkosten für Erdgas sind eine Folge des geringeren Gasverbrauchs in den Jahren 2023 und 2024, wodurch die Netzbetreiber weniger Einnahmen hatten. Diese Defizite werden 2026 ausgeglichen. Es ist bereits die vierte Erhöhung der Netzentgelte für Erdgas in Folge. 

Wie viel eine Familie genau zahlt, hängt vom Wohnort und dem zuständigen Netzbetreiber ab.

Familie

Für Rentner gibt es ab dem 1. Januar zahlreiche Änderungen, darunter 

  • die neue Pensionsbonus-Regelung.

Sie gilt für Personen, die länger arbeiten als das gesetzliche Pensionsalter und eine Berufslaufbahn von 35 Jahren mit mindestens 156 Arbeitstagen pro Jahr sowie insgesamt mindestens 7.020 Arbeitstage vorweisen können. Mutterschaftsurlaub, Pflegeurlaub und vorübergehende Arbeitslosigkeit zählen unbegrenzt als gleichgestellte Zeiten.

Für jedes Jahr, das man über das gesetzliche Pensionsalter hinaus arbeitet, steigt die gesetzliche Bruttorente um 5 %. Das gesetzliche Pensionsalter liegt derzeit bei 66 Jahren, ab 2030 bei 67 Jahren.

  • Ermäßigung für Kinder in der Krippe wird auf 30 Monate begrenzt 

Konkret bedeutet das, dass Familien nur dann eine Ermäßigung erhalten, wenn mehrere Kinder gleichzeitig in der Kindertagesstätte betreut werden. Ab Januar wird die Unterstützung nur noch für Kinder gewährt, die gleichzeitig in der Betreuung sind. Deshalb wird die Altersgrenze auf 30 Monate festgelegt.

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5