Flanderns Bildungsminister Zuhal Demir (N-VA) wird die Kürzung der Mittel für die Erwachsenenbildung beschleunigen und diese an die Teilnehmerzahlen in den Unterrichten anpassen. Die flämische Landesregierung will jährlich 50 Mio. € im Bereich der Erwachsenenbildung einsparen – nächstes Jahr fehlen hier schon 10 Mio. €.
Mittelkürzungen: Anpassungen der Finanzierung der Erwachsenenbildung in Flandern
Die Gebühren für einige Kurse wurden bereits von 180 auf 480 € pro Schuljahr erhöht. Diese Gebührenerhöhung hat zu einem Rückgang der Teilnehmerzahlen bzw. der Kursteilnehmer geführt. Die Personalkosten werden im Bereich der Erwachsenenbildung jetzt in Flandern an diesen Rückgang gekoppelt. Normalerweise werden diese Mittel auf Basis der letzten drei Jahre berechnet - diesmal werden sie einmalig auf Basis eines einzigen Schuljahres gekürzt.
Quellen aus dem Umfeld der flämischen Landesregierung berichten laut der Tageszeitung Het Nieuwsblad, dass die Kürzungen 350 Vollzeitstellen betreffen werden. Insgesamt sind in den Zentren für Erwachsenenbildung in Flandern 7.084 Mitarbeiter beschäftigt.
Kritik einer Gewerkschaft aus dem Unterrichtswesen
„Solange keine transparenten und nachvollziehbaren Berechnungen vorliegen, halten wir es für unverantwortlich, genaue Zahlen zu nennen“, erklärt Koen De Backer von der liberalen Bildungsgewerkschaft VSOA: „Sicher ist jedoch, dass weitere Kürzungen beim Unterstützungspersonal Lehrkräfte, Verwaltungspersonal und Schüler direkt treffen werden.“
Die Regierung streicht außerdem die jährliche Budgeterhöhung von 0,8 %. „Die Erwachsenenbildung wird wieder einmal als einfacher Sparposten behandelt. Das widerspricht allen politischen Aussagen zum lebenslangen Lernen, zur Weiterbildung und Umschulung und zur Stärkung der Arbeitsmarktpositionen“, fügt De Backer hinzu.
