Die Königlichen Museen der Schönen Künste Belgiens (KMSKB) in Brüssel suchen aufgrund von Budgetkürzungen bei den wissenschaftlichen Einrichtungen durch den belgischen Staat nach alternativen Finanzierungsquellen. KMSKB-Direktor Kim Oosterlinck setzt sich für mehr Autonomie der staatlichen Museen ein, um ihnen die Generierung eigener Einnahmen zu erleichtern. Gleichzeitig prüft er zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten, wie die regionale Nachrichtenplattform BRUZZ schreibt.
Staatliche Haushaltskürzungen zwingen Brüsseler Museen zur Suche nach alternativer Finanzierung
Die wissenschaftlichen Einrichtungen des Bundes (zu denen auch die staatlichen Kunstmuseen und -sammlungen gehören) müssen in dieser Haushaltsperiode aufgrund von Budgetkürzungen auf jeweils 9 % ihrer Mittel verzichten, was einer jährlichen Kürzung von 1,8 % entspricht. Das betrifft auch die Königlichen Museen der Schönen Künste Belgiens, darunter das Museum der Alten Meister, das Wiertz-Museum, das Meunier-Museum und das Magritte-Museum, sowie die Königliche Bibliothek Belgiens (KBR).
Um die Kürzungen aufzufangen, wendet sich KMSKB-Direktor Kim Oosterlinck unter anderem an Förderer, Sponsoren und private Investoren. Diese können die Museen unterstützen, während die Museen selbst ebenfalls nach zusätzlichen Einnahmen suchen. So finanzierte beispielsweise eine kürzlich geschlossene Partnerschaft mit dem Handtaschenhersteller Delvaux die Restaurierung mehrerer Kunstwerke. Eine zweite Kooperation ist in Vorbereitung.
Ein weiteres Beispiel ist kompetenzbasierte Förderung, so Oosterlinck. Die Museen befinden sich derzeit in Gesprächen mit einem Förderer über Unterstützung in Form von Rechtsberatung. Anfang des Jahres produzierte der private Club TheMerode zudem einen Werbefilm über und für das Königliche Museum der Schönen Künste Belgiens (KMSKB). Generell engagieren sich die Museen stark für die Gewinnung öffentlicher und privater Sponsoren, mit denen sie enge Beziehungen pflegen - unter anderem über ihren "Maecenas"-Kreis.
Crowdfunding
Eine weitere alternative Finanzierungsmethode, die geprüft wird, ist Crowdfunding. Das KMSKB startete gemeinsam mit der Königlichen Bibliothek Belgiens (KBR) eine erfolgreiche Kampagne, die die Restaurierung von James Ensors "Rousseau-Album" ermöglichte. "Wir fordern mehr Autonomie für die Museen, damit wir einfacher und effektiver eigene Einnahmen generieren können und eine Anpassung unseres Status, die uns mehr Flexibilität ermöglicht", sagt Oosterlinck.
Der private Club TheMerode hilft außerdem dabei, andere Künstler und Kulturinstitutionen mit privaten Akteuren und Förderern zu vernetzen. "Konkret unterstützen wir Künstlerinnen wie Miet Warlop und Gaëlle Choisne, bieten jungen Kuratorinnen und Kuratoren durch unsere Ausstellungen Möglichkeiten und tragen zur Sanierung kultureller Einrichtungen wie des Brüsseler Konservatoriums bei", sagt Lynn Tytgat, Geschäftsführerin von TheMerode: "Das schafft kollektive Stärke -eins plus eins ergibt mehr als zwei."
Soziale Zwecke
Auch einzelne Künstlerinnen und Künstler sowie kleinere Künstlerkollektive sind zunehmend auf private Unterstützung angewiesen. Das Kollektiv "From Brussels With Love", bestehend aus Alex Verhaest, Delphine Somers, Anne Marie Maes und William Ludwig Lutgens, bündelt seine Kräfte, um seine Kunstwerke an Förderer zu verkaufen.
"Die Künstlerinnen und Künstler erhalten 75 % des Erlöses. Die restlichen 25 % gehen an Brüsseler Institutionen und Organisationen", erklärt Initiator Alex Verhaest. Der Erlös des ersten Verkaufs geht an "’t Eilandje", eine Organisation, die sich gegen Obdachlosigkeit in Brüssel einsetzt: "Da der Winter schon bald vor der Tür steht, freut es mich umso mehr, dass unser erster Verkauf schon dazu beiträgt, jemanden, der friert, warmzuhalten."
