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Gesundheit

Gesundheitsinstitut Sciensano: Jeder fünfte Todesfall in Belgien geht auf soziale Benachteiligung zurück

Ein Fünftel aller Todesfälle in Belgien geht auf soziale Benachteiligung zurück. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Gesundheitsinstitut Sciensano am Freitag vorgestellt hat. „Wenn es keine Ungleichheit gäbe und alle das höchste Wohlstandsniveau hätten, würden in Belgien jährlich 21.000 Todesfälle weniger auftreten“, heißt es darin.

Jens Van Reet Belga
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Für die Studie wertete Sciensano Daten aus verschiedenen Datenbanken aus, um ein sozioökonomisches Profil jedes Viertels in Belgien zu erstellen. Dies geschah auf Grundlage von Angaben zu Gesundheit, Bildungsniveau, Einkommen, Wohnsituation, Kriminalität und Beschäftigung. Alle Viertel wurden so auf einer Skala von eins bis zehn eingestuft: von den am wenigsten bis zu den am meisten wohlhabenden Vierteln.

Anschließend wurden diese Profile mit Zahlen von Statbel zu Sterblichkeit und Todesursachen zwischen 2013 und 2022 verglichen. Die Analysen zeigten einen klaren Zusammenhang zwischen Sterblichkeit und Wohlstand. Im Jahr 2013 lag der Anteil der Todesfälle, die hätten vermieden werden können, wenn es keine Ungleichheit gegeben hätte, bei 14 Prozent. Dieser Anteil ist seither gestiegen. Während der Corona-Pandemie erreichte diese Ungleichheit sogar einen Höchststand von 19 Prozent.

In den weniger wohlhabenden Vierteln sind Herzkrankheiten, Lungenkrebs und chronische Lungenerkrankungen die wichtigsten Todesursachen. Diese Todesursachen sind laut Sciensano auch stark mit dem Rauchen verbunden. „In den vergangenen Jahrzehnten ist die Zahl der Raucher unter Hochgebildeten stark zurückgegangen, bei geringer Gebildeten war dieser Rückgang jedoch weniger ausgeprägt.“

Der Studie zufolge muss eine Politik, die tatsächlich Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit in Belgien haben will, die sozioökonomischen Unterschiede zwischen den Vierteln berücksichtigen.

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