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Der Chappe-Semaphor aus Sint-Gillis-Waas wird zum flämischen "Spitzenstück": "Weltweit einzigartig im Originalzustand"

Der historische Chappe-Telegraf aus Sint-Gillis-Waas in der Provinz Ostflandern wurde in die Liste der flämischen Meisterwerke, sprich in die Liste der sogenannten „Spitzenstücke“, denen Flandern einen besonderen historischen und gesellschaftlichen Stellenwert einräumt, aufgenommen. Der Telegraf war das erste Telekommunikationssystem, das eine schnelle und zuverlässige visuelle Kommunikation über große Entfernungen mittels Signalen ermöglichte. Der Chappe-Telegraf aus Sint-Gillis-Waas ist das weltweit einzige Exemplar, das sich noch in einem guten Originalzustand befindet.

Andreas Kockartz
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Der Chappe-Telegraf ist ein optischer Telegraf bzw. ein Semaphor und funktioniert daher weder mit Morsecode noch mit einer elektrischen Verbindung. Das Gerät besteht aus einer vertikalen Leiter mit einem beweglichen Querbalken an der Spitze, an dessen beiden Enden bewegliche Flügel angebracht sind.

„Die Komponenten konnten autonom in verschiedenen Konfigurationen angeordnet werden, wodurch die Erzeugung von etwa 256 Signalen möglich war“, so der Kulturschöffe von Sint-Gillies-Waas, Denis D’hanis (N-VA) gegenüber VRT NWS. Um eine Semaphor-Verbindung oder -linie herzustellen, wurden die Cappe-Telegrafen in beträchtlichem Abstand voneinander auf Kirchtürmen, Hügeln und anderen erhöhten Positionen in der Landschaft angebracht.

Der Chappe-Telegraf

Der Waasland-Telegraf selbst stand von 1809 bis 1810 auf dem Turm der ehemaligen Kirche von Sint-Gillis-Waas und war Teil der Telegrafenlinie von Antwerpen nach Vlissingen (NL). Das Gerät spielte eine Schlüsselrolle in den Plänen des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte zur Verteidigung seines Reiches gegen einen englischen Angriff. Die Entdeckung neuer elektrischer Anwendungen im 19. Jahrhundert führte ab 1855 zur Ablösung der optischen Telegrafen durch elektrische Kommunikationsgeräte.

Das Dynamo des Chappe-Telegraphs aus Sint-Gillies-Waas

Von den weltweit etwa 500 Chappe-Telegrafen ist der aus Sint-Gillis-Waas das einzige original erhaltene Exemplar. Heute befindet sich das Gerät im Besitz der Königlichen Historischen Gesellschaft von Waasland (KOKW).

„Ich freue mich sehr, dass dies nun zu einem flämischen Meisterwerk geworden ist“, sagt Kulturschöffe D’hanis: „Unsere Dienste und unser Denkmalschutzbeirat prüfen nun, was wir mit diesem einzigartigen Erbe, das nun ein flämisches Meisterwerk ist, anfangen können.“

Flämische „Spitzenstücke“?

Die Liste der flämischen „Spitzenstücke“ umfasst Objekte, die aufgrund ihrer außergewöhnlichen historischen, kulturhistorischen, archäologischen, wissenschaftlichen oder künstlerischen Bedeutung als selten und unentbehrlich gelten.

Die Aufnahme in die Liste zieht bestimmte Sondermaßnahmen nach sich. So darf ein Meisterwerk beispielsweise ohne vorherige Genehmigung keinerlei Eingriffen unterzogen werden. Darüber hinaus darf das Objekt Flandern nicht ohne Genehmigung verlassen, auch nicht im Rahmen von Leihverträgen.

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