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Inland
Justiz

Trauriger Rekord in Brüssel: Noch nie so viele Schießereien wie in diesem Jahr

Die Zahl der Vorfälle mit Schusswaffengebrauch hat dieses Jahr den Rekord aus dem Jahr 2024 gebrochen. Letztes Jahr wurden 92 Straftaten mit Waffen gemeldet und dieses Jahr liegt die Zahl bei 96 Schießereien, wie die Brüsseler Polizei meldet. Dabei kamen 8 Personen ums Leben. Die allermeisten dieser Schießereien finden in Zusammenhang mit Revierkämpfen von Drogenbanden statt, so die Polizei.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die belgische Bundespolizei registrierte in diesem Jahr bisher 96 Straftaten mit Schusswaffengebrauch in der Hauptstadt. Das sind 4 Vorfälle mehr als letztes Jahr und entspricht einer Verdoppelung der Zahl aus dem Jahr 2022. Die hiesige Polizei definiert eine Schießerei wie folgt: „Ein Vorfall im öffentlichen Raum oder einem frei zugänglichen Ort, bei dem mehrere Schüsse abgefeuert werden und/oder bei dem jemand durch Gebrauch einer Schusswaffen verletzt wird oder stirbt.“

Fest steht, dass die meisten registrierten Schießereien in Brüssel in Zusammenhang mit der Drogenkriminalität stehen, auch wenn die Polizei dazu dieses Jahr keine belastbaren Zahlen vorlegt. 

Zwei Schießereien pro Woche

Die Vorfälle und Straftaten mit Schusswaffengebrauch scheinen das „neue Normal“ zu werden. Im Durchschnitt wurden dieses Jahr, zwei Wochen vor dem Jahreswechsel, 2 Schießereien pro Woche registriert. Dabei kamen 8 Menschen ums Leben, einer weniger als im vergangenen Jahr. In den allermeisten Fällen kommt es aber nicht zu Opfern.

Revierkriege und Warnschüsse

Die meisten Vorfälle spielen sich im Drogenmilieu ab, so die Polizei. Dabei handelt es sich in erster Linie um Bandenkriege, bei denen es um bestimmte Territorien geht und um die Frage, wer dort Drogen dealen darf und wer nicht. Die meisten Schüsse, auch wenn dabei nicht selten Kriegswaffen genutzt werden, sind eher Warnschüsse. Der letzte entsprechende Vorfall fand vor einigen Tagen am berühmt-berüchtigten Bethlehemplatz in der Brüsseler Gemeinde Sint-Gillies statt, einem bekannten Drogen-Hotspot. Schwerpunkt ist der Raum um den Brüsseler Süd/Midi-Bahnhof.

Was die Polizeiarbeit erschwert, ist die Tatsache, dass die Drogenbanden für das abgeben von Warnschüssen, also für die „Drecksarbeit“, vermehrt Asylsucher ohne Papiere oder Minderjährige einsetzen. Dadurch bleiben die großen Dealer und die Bandenchefs regelrecht „aus der Schusslinie.“ 

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