Seit 15 Jahren werden die Betriebskosten von Einrichtungen des Gesundheitswesens wie z.B. Pflegeheimen, Jugend- oder Kinderbetreuungseinrichtungen im belgischen Bundesland Flandern nicht indexiert. Dies bleibt nicht ohne Folgen: Einige Sozial- und Pflegeeinrichtungen müssen sich an die Lebensmittelbanken wenden, um ihre Bewohner zu beköstigen.
Flandern: Seit Jahren bleibt die Indexierung der Betriebskosten im Pflegebereich aus – Einrichtungen wenden sich an die Lebensmittelbanken
Der flämische Abgeordnete Jérémie Vaneeckhout von der Oppositionspartei Groen (Grüne) brachte dies jetzt im flämischen Landesparlament auf die Tagesordnung. Seinen Angaben zufolge entspricht dies einer Einsparung von rund 40 % über 15 Jahre im Vergleich zur korrekten Indexierung: „Eine drastische Kürzung.“
Dies sei, so Vaneeckhout, die Folge der jahrelangen fehlenden Indexierung. In einer von Groen durchgeführten Umfrage unter 80 Gesundheitseinrichtungen erwies sich das knappe Betriebsbudget als mit Abstand größte Herausforderung, gefolgt vom Personalmangel an zweiter und dem Verwaltungsaufwand an dritter Stelle.
„Die Situation ist so prekär, dass Kürzungen bei der Verpflegung der Bewohner von Pflegeeinrichtungen keine Ausnahme mehr darstellen. Einige Einrichtungen sind sogar auf die Lebensmittelbanken angewiesen. Es ist unfassbar, dass wir als Gesellschaft so mit Menschen umgehen“, beklagte Vaneeckhout: „Versuchen Sie mal, drei nahrhafte Mahlzeiten für 5 € pro Person und Tag zuzubereiten.“
Während der Koalitionsverhandlungen beschloss die flämische Regierung, die entsprechenden Betriebsmittel wieder teilweise zu indexieren. Dies entspricht 50 % in den Jahren 2025, 2028 und 2029.
