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Die Universität Hasselt erhält Zuschuss für die Erforschung eines möglichen Zusammenhangs zwischen MS und Alzheimer - Flandern fördert die Alzheimerforschung massiv

Das biomedizinische Forschungsinstitut BIOMED der Universität Hasselt (UHasselt) hat von der flämischen Stidftung „Stop Alzheimer“ eine Forschungsförderung in Höhe von 300.000 € erhalten. Mit dieser Finanzierung sollen Wissenschaftler unter der Leitung von Professor Jeroen Bogie (BIOMED/UHasselt, Foto) untersuchen, ob ein Enzym, das eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Multipler Sklerose (MS) spielt, auch an der Auslösung von Alzheimer beteiligt ist. Flanderns Landesregierung fördert die Alzheimerforschung mit einer hohen Summe.

Andreas Kockartz
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Das neue Projekt baut auf früheren MS-Forschungen auf. Bogie und sein Team entdeckten, dass ein Fehler im Fettstoffwechsel von Mikroglia, Immunzellen, die für die Beseitigung von Hirnschäden verantwortlich sind, eine wichtige Rolle bei MS spielt. Dieser Fehler scheint durch die Überaktivität eines einzelnen Enzyms verursacht zu werden.

Die Wissenschaftler konnten dieses Enzym bereits in Mäusen identifizieren und hemmen. Dies führte nicht nur zu einer verbesserten Funktion der Immunzellen, sondern auch zur Reparatur von Hirngewebe. „Das war für uns der richtige Zeitpunkt, um zu untersuchen, ob derselbe Mechanismus auch bei Alzheimer eine Rolle spielt“, erklärt Bogie. „Wir wissen auch, dass Mikroglia bei MS nicht richtig funktionieren und zum Abbau von Hirngewebe beitragen.“

Langzeitprojekt

Mit der neuen Förderung wollen die Forscher untersuchen, ob der gleiche Defekt, den sie bei MS beobachten, auch bei Alzheimer auftritt. Sie werden mit gespendetem Hirngewebe von Alzheimer-Patienten und mit aus Stammzellen gewonnenen Mikroglia arbeiten. Tests an Mäusen folgen in einer späteren Phase.

„Die Aufklärung der Mechanismen chronischer Hirnerkrankungen ist ein Langzeitprojekt, aber jeder Schritt bringt uns neuen Erkenntnissen und potenziellen Therapien näher“, sagt Bogie. Seine Forschung führt er in Zusammenarbeit mit den Professoren Jerome Hendriks und Ilse Dewachter durch.

 Auch „Stop Alzheimer“ ist begeistert: „Dieses Projekt wurde von unserem wissenschaftlichen Beirat außerordentlich hoch bewertet“, sagt Direktor Joost Martens: „Es ist ein sehr vielversprechendes Projekt. Wir freuen uns, dass Professor Bogie untersucht, ob die Erkenntnisse aus der MS-Forschung auch zu einem Durchbruch bei der Alzheimer-Krankheit führen könnten.“

Flämische Landesregierung fördert die Alzheimerforschung

Die Flämische Regierung investiert über 16 Mio. € in eine Langzeitstudie zur Früherkennung von Alzheimer. 5.000 Menschen über 50 Jahre nehmen an der Studie teil. Mehrere Medikamente befinden sich in der Entwicklung. Eines ist bereits zugelassen und kann den Krankheitsverlauf bei einer begrenzten Patientengruppe verlangsamen. Es wirkt am besten im Frühstadium.

„Es ist daher wichtig, einen Weg zu finden, Alzheimer so früh wie möglich zu erkennen“, sagt der flämische Ministerpräsident Matthias Diependaele: „Die von uns geschaffene Infrastruktur wird neue flämische und internationale wissenschaftliche Studien ermöglichen und langfristig weitere Forschungsrichtungen und andere Krankheitsbilder anziehen. Der Flämische Kognitive Kompass ist Teil eines umfassenderen Plans, der medizinischen Innovationen neuen Schwung verleihen soll.“

Fast alle Universitäten in Flandern und Brüssel sind an diesem Projekt beteiligt.

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