Die belgische Supermarkt- bzw. Discounterkette Colruyt steht an der Brüsseler Börse unter Druck. Nach schwachen Halbjahresergebnissen sind die Aktien um rund 5 % gefallen. Woran liegt das? Offenbar leidet der Discounter unter dem extremen Druck anderer Warenhausketten und deren Angeboten.
Die belgische Discounterkette Colruyt verliert an der Börse - Der Konkurrenzdruck ist groß
Colruyt leidet unter den „sehr aggressiven Werbeaktionen der Konkurrenz“. Man denke insbesondere an die 2+5-Aktionen in den belgischen Filialen der niederländischen Albert Heijn-Gruppe. Dort gab es zeitweise 7 Produkte zum Preis von 2.
Colruyt sah sich gezwungen, nachzuziehen, da der Discounter seinen Kunden stets die niedrigsten Preise verspricht. Dies setzt die Gewinnmargen jedoch unter Druck. Colruyts Nettogewinn sank in den letzten sechs Monaten um ein Viertel.
Die Gruppe verliert zudem Marktanteile. Das liegt hauptsächlich daran, dass die meisten Delhaize-Filialen seit ihrer Ausgliederung bzw. seit der Übernahme von Filialen durch Franchisenehmern auch sonntags geöffnet haben. Die Sonntagsöffnung ist für Colruyt problematisch, da das Unternehmen als Kette höhere Löhne zahlen muss als Supermärkte, die von unabhängigen Einzelhändlern geführt werden.
Auch bei Carrefour liegen Pläne vor, mehr Filialen an Sonntagen zu öffnen. Die Sozialpartner in Belgien arbeiten an einer Reform dieser unterschiedlichen Lohnsysteme, doch diese Verhandlungen erweisen sich als sehr schwierig.
