Die ostflämische Metropole Gent möchte 48 teilweise historische Gebäude verkaufen oder verpachten. Darunter befinden sich z.B. das Torhaus am Oude Vismijn (Alter Fischmarkt) und die Rabottorentjes (die Kleinen Rabottürme). Auch das Vredeshuis (Friedenshaus) und das Caermers-Kloster werden zur Pacht oder zum Verkauf ausgeschrieben. Die Stadt wandelt 30 weitere Gebäude, wenn diese nicht verkauft oder verpachtet werden, in bezahlbaren Wohnraum um.
Kommunale Finanzsorgen: Gent sucht Käufer bzw. Pächter für dutzende historischer Gebäude
Im Rahmen der Haushaltskürzungen hat Gent eine Liste mit rund 100 Gebäuden veröffentlicht, die veräußert oder umgenutzt werden sollen. Dadurch sollen die Fixkosten und die Instandhaltungskosten gesenkt werden. Dies ist Teil des kommunalen Sparprogramms, das jährliche Einsparungen von 120 Mio. € vorsieht.
34 Gebäude werden zum Verkauf angeboten. Dazu gehören die Kunsthalle im Caermers-Kloster, das Friedenshaus, das Internat an der Brugse Poort und die Pfarrhäuser in den Gemeinden Drongen und Desteldonk. Die Drongenhof-Kapelle, die „Schule der Vergangenheit“ und die Sint-Machiarius-Kirche gehören ebenfalls zu den zum Verkauf angebotenen Gebäuden.
Durch ein Pachtverhältnis für einige andere teilweise historische Gebäude behält die Stadt offiziell das Eigentumsrecht, während die Betreiber alle anfallenden Kosten tragen müssen. Gent beabsichtigt, dieses Modell zu nutzen, um die Rabottorentjes - die Torhäuser am Alten Fischmarkt, das Poesiezentrum am Vrijdagmarkt (Freitagmarkt) und die Penshuisjes am Groentemarkt (Gemüsemarkt) auszulagern.
Mehrere offene Häuser und Bibliotheken werden umgenutzt
Die Stadt wandelt außerdem 31 Gebäude in bezahlbaren Wohnraum um. Diese werden daher nicht direkt zum Verkauf angeboten. Dazu gehören die derzeitigen Stadtteilbibliotheken Brugse Poort, Ledeberg und Sint-Amandsberg. Auch das Servicezentrum für Senioren in Drongen, das Bürgerhaus in Wondelgem, die Gemeindezentren im Stadtteil Bloemekenswijk und das Rabot werden in Sozialwohnungen oder Projekte für bezahlbare Miete (oder Kauf) umgewandelt.
Die wegfallenden Einrichtungen sollen in der Nachbarschaft neue Räumlichkeiten finden. Mehrere Lagerhallen und städtische Depots werden ebenfalls zu Wohnungen umgebaut.17 weitere Gebäude werden ihre Funktion ändern und von anderen städtischen Einrichtungen genutzt. Beispielsweise werden die Bürgerhäuser Azalea und Ter Biest zu Kindertagesstätten.
Weitere bemerkenswerte Gebäude mit zu ändernder Nutzung
Die Stadt trifft noch einige weitere wichtige Entscheidungen in dieser Richtung. So werden beispielsweise das Jugendzentrum in der Kammerstraat und die MSOC-Drogenberatungsstelle verkauft, und das (ehemalige) Obdachlosenzentrum in der Pannestraat wird für bezahlbaren Wohnraum genutzt. Die Stadtpaläste Hotel „D’Haene Steenhuyse“ und Hotel „Arnold Vander Haeghen“ stehen ebenfalls auf der Liste der geplanten Bauvorhaben. Sie sollen zu „Wirtschaftsförderungsprojekten“ werden. Was genau das bedeutet, ist allerdings unklar…
