An diesem Donnerstag (11. Dezember) versammelten sich Universitäten und Hochschulen aus ganz Belgien in Brüssel, um gegen die Kürzungen im Hochschulwesen zu protestieren. Die Demonstration begann am Braem-Gebäude der flämischen Freien Universität Brüssel (VUB). Dieser Ort ist nicht zufällig gewählt worden, da die Universität besonders stark von Einsparungen betroffen ist. Organisiert wird der Protest von den Gewerkschafts- und Studierendenvertretern der VUB gemeinsam mit der Aktionsgruppe „Hoger onderwijs in opstand“ („Hochschulen in Aufruhr“), so die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ.
Belgiens Universitäten und Hochschulen protestieren gegen Einsparungen
Die mehrsprachige Gruppe, die sich auf Französisch „Université en colère“ („Universitäten in Aufruhr“) nennt, ist eine Initiative von Professoren, Dozenten und Forschern. Eine Petition gegen die Kürzungen auf der Website der Aktionsgruppe hat bereits über 5.550 Unterschriften aus dem ganzen Land gesammelt. „Aufgrund des großen Organisationsaufwands für diese Demonstration hatten wir wenig Zeit, uns mit den französischsprachigen Partnern zu treffen. Wir gehen aber fest davon aus, dass die frankophonen Universitäten teilnehmen werden, wie es die Initiative „Université en colère“ gefordert hat“, so Jo Coulier, Gewerkschaftspräsident von ACOD Onderwijs vor der Demo gegenüber BRUZZ.
Bis zu 18 Mio. € Verlust
Bei der Demonstration protestieren die Institutionen gegen die Kürzungen im flämischen, Brüsseler und wallonischen Bildungssystem. Niederländischsprachige Brüsseler Hochschulen waren von den flämischen Kürzungen besonders stark betroffen. Die VUB rechnete mit Einsparungen von bis zu 10 Mio. €. Im September wurde bekannt, dass die VUB, die Erasmus Hochschule in Brüssel (EHB) und die Odisee Hochschule zusammen 18 Mio. € an Zuschüssen verlieren werden. Laut „Hoger onderwijs in opstand“ könnten alleine die Kürzungen der Fördermittel für Studierende aus Nicht-EU-Ländern die VUB bis zu 5 Mio. € kosten.
Neben dem Bildungsbereich werden auch in der Wissenschaftspolitik Kürzungen vorgenommen. „Dies gefährdet die Zukunft vieler Forscherstellen“, schrieb die Aktionsgruppe in einer Pressemitteilung: „Die Maßnahmen der Bundesregierung stellen eine zusätzliche Bedrohung für die Universitäten dar. Die Streichung der Forschungsgelder für die Entwicklungszusammenarbeit und andere Bundesforschungsprogramme kostet unter anderem Arbeitsplätze.“
Auch in Brüssel investieren!
Der gemeinsame Gewerkschaftsverband aus ABVV (sozialistisch), VSOA (liberal) und ACV (christlich) fordert die Rücknahme verschiedener Maßnahmen der unterschiedlicher Regierungen in Bund, Ländern und Regionen. Unter anderem sollen die Kürzungen der flämischen Regierung im Bereich der Wissenschaftspolitik, die geplante Erhöhung der Studiengebühren um 150 € und die Reduzierung der Fördermittel für Studierende aus dem Ausland überarbeitet werden. Auch die Streichung der Brüsseler Fördermittel müsse rückgängig gemacht werden.
Der Protest endete im Europaviertel am Luxemburg-Platz. Wie der Ausgangspunkt wurde auch das Ziel der Demonstranten nicht zufällig gewählt. „Mit Blick auf Europa und die Welt fordern wir die Rücknahme der Subventionen für das Institut für Europäische Studien an der VUB und das Institut für Entwicklungszusammenarbeit an der UAntwerpen. „Flandern, investiert in die Hochschulbildung, auch in Brüssel“, so das Fazit von „Hoger onderwijs in opstand“.
